Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
Einzelbild herunterladen

12

Georg gab keine Antwort darauf.

Eine Weile hernach war Dagmar in voller Thätigkeit mit Zurüſtung des Kaffeetiſches, bei welchem Geſchäft Georg ihr hilf⸗ Leiihe Hand leiſtete.

Als dieß gethan war, ging Dagmar zu Majfen hinein.

Weißt Du, daß wir Gäſte haben? fragte ſie.

Ja, Georg und Tante Waldner.

Am Nachmittag kommt noch ein weiterer.

Wer denn?

Majken befeſtigte eine Nadel an ihrem Halskragen.

Jemand, der früher noch nie hier geweſen, und den wir ſchon lange nicht mehr geſehen haben.

Dann iſt es David, äußerte Majken in ſo ruhigem Tone, daß Dagmar dadurch überraſcht wurde. Nicht ein Zug in Maj⸗ kens Antlitz deutete einige Bewegung an.

Freut es Dich, ihn wieder zu ſehen?

Sehr.

Majken küßte Dagmar auf die Stirne und ging zu dem Oberſt hinein. Ein paar Minuten ſpäter kamen die beiden Gatten auf die Veranda heraus, wo Frau Waldner und Georg ſie er⸗ warteten.

IV.

Das Mittagsmahl war vorüber. Die Frauen ſaßen im Garten in der großen Laube, und Frau Waldner unterhielt ſie damit, daß ſie mancherlei Neuigkeiten aus der Gegend von Aengs⸗ berga erzählte. Eine Perſon aus ihrer Bekanntſchaft war verlobt, eine andere geſtorben, eine dritte geheirathet u. ſ. w.

Georg ſpazierte auf einem der Gartenwege auf und ab und berieth ſich mit dem Oberſt über einige Veränderungen in dem Betrieb des Eiſenhüttenwerks zu Haraldshof. Dagmar war oben in dem Wohnzimmer, um dafür Sorge zu tragen, daß Erfriſchun⸗ gen in den Garten hinuntergebracht würden.

Sie war eben damit fertig geworden, dieſelben auf einer großen Platte aufzuſtellen, als ein Wagen in dem Hofe