Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Du biſt krank, Mathilde, und darum haſt Du der Eige bildung den Zügel ſchießen laſſen, ſagte David. 1

Nein, ich war vollkommen geſund, als ich zu grübeln an⸗ fing. Meine Unruhe hat mir die Krankheit geſchaffen. Von dem Augenblick an, da wir nach Haraldshof zogen, ging mein Friede dahin und in Kurzem auch meine Geſundheit. Meine Kraft iſt gebrochen und mein Selbſtvertrauen zerſtört. An Körper und Seele iſt eine ſolche Veränderung mit mir vorgegangen, daß ich mich ſelbſt nicht mehr kenne. Die Fehler, welche früher am ſchärfſten in mir ausgeprägt waren, ſind verſchwunden. Ich, einſt neidiſch und bösartig, bemüht meine eigenen Fehler dadurch zu beſchönigen, daß ich an andern Fehler aufſuchte, fühle mich jetzt von einer ſchweren Bürde niedergedrückt, als ob eine große Schuld auf mir laſtete. Ich möchte Fluthen von Thränen über meinen armen Arvid weinen, welcher ſich irre leiten ließ, und über mich ſelbſt, die nichts Gutes gewirkt hat. Ol es iſt recht traurig, des Glücks und Friedens beraubt zu ſein!

Abermals begann Mathilde aufs heftigſte zu weinen.

David bot alle ſeine Kraft auf, ſie zu beruhigen, und es gelang ihm auch theilweiſe. Dann ſtellte er noch einige Fragen über die eigentliche Urſache von ihrer Vermuthung, daß irgend ein Unrecht an Dagmar begangen worden.

Mathilde erzählte ſofort, daß ſie wiſſe, ihr Gatte habe ſich in Berührung mit einem Manne geſetzt, welcher einſt im Dienſte von Wilhelm Björnſtam geweſen. Wie dieſe Perſon hieß, war Mathilde unbekannt; aber darüber glaubte ſie Gewißheit zu haben, daß er es war, welcher Arvid alle die Aufklärungen, deren er ſich bediente, gegeben hatte.

David hörte ihr mit geſpanntem Intereſſe zu. Der Mann, von welchem ſie redete, war Sjöqviſt, daran konnte er nicht zweifeln. Mathilde, äußerte David endlich,angenommen, ich hätte alle dieſe Fragen an Dich gerichtet, um das, was ich zu wiſſen bekam, gegen deinen Mann zu benützen, was würdeſt Du dazu ſagen?

Ich würde Dich ſegnen, im Fall du Dagmar das zurück⸗