Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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B LÜBroolind hat ſich nicht ſehr ehrenhaft benommen. Er hat ja nur ſein Recht gewahrt.

So ſcheint es wirklich, und dennoch bin ich vollkommen überzeugt, daß dem nicht ſo iſt. Würdeſt Du handeln können, wie Broolind gethan hat?

Ich bin ein ſchlechter Oekonom; reden wir nicht von mir, antwortete David.Aber wie hat Dagmar ihr Schickſal, daß ſie nicht mehr die künftige Eigenthümerin von Haraldshof ſein ſoll, aufgenommen?

Sie bleibt ſich vollkommen gleich. Sie ſcheint vergeſſen zu haben, daß Eriksdal nicht Haraldshof iſt; aber wenn man Broo⸗ linds Namen erwähnt, wird ſie glühend roth. Sie ſpricht ſich jedoch niemals über ihn aus. 2

Nun, und Majken?

Mit ihr iſt eine große Veränderung vorgegangen. Sie war im Anfang ihrer Ehe ein wahres Kind der Eitelkeit, welches ſeine Freude und Luſt nur an ſchönen Kleidern und Vergnügungen hatte. Jetzt iſt ſie die arbeitſame und frohmüthige Frau eines arbeitſamen Landwirths. Sie ſchwärmt nicht mehr für prächtige Zimmer und Cquipagen oder großartige Feſte, ſondern ſetzt ihre Freude in ein geordnetes Hausweſen und eine nutzbringende Be⸗ ſchäftigung. Der Oberſt wollte bei der Ueberſiedlung nach Eriks⸗ dal nichts davon wiſſen, daß Majken ſich mit Haushaltungsge⸗ ſchäften und dergleichen befaſſen ſollte. Seine Einkünfte blieben ja unverändert und eine Einſchränkung war gar nicht nöthig. Majken erklärte, ſie allein habe in der Sache zu entſcheiden.

Siie hatte vollkommen richtig ihres Mannes heimliches Streben

aufgefaßt, nun da Dagmar keine Ausſicht mehr hatte, Haralds⸗ hof zu bekommen, das ganze Einkommen von dieſem Gute zu ſammeln, ſo daß das Mädchen nach ſeinem Tode dennoch ein ganz ſchönes Vermögen bekommen ſollte. Darum führt er zu Eriksdal ein ganz eingezogenes und arbeitſames Leben, und Majken unterſtützt ihn bei dieſem Beſtreben auf eine würdige Weiſe. Immerdar heiter und thätig, ſucht ſie in Allem ihm die

Heimath angenehm zu machen. Dagmar, für welche ihre Stief⸗