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Oberſt mit ſeiner Familie nach der Reiſe ins Ausland wieder in Haraldshof willkommen hieß. Der erſte Blick auf ſie ſagte dem Oberſt, daß etwas Widerwärtiges ihm daheim in den Weg kommen würde. Er reichte darum Frau Thorén die Hand mit den Worten:
„Was iſt geſchehen?“
„Die Frau Oberlandrichterin iſt geſtern angekommen und....“
„Iſt hier,“ unterbrach ſie der Oberſt mit gerunzelter Stirne. „Sie haben wohl die Güte gehabt und dafür Sorge getragen, daß meine Mutter wohl aufgenommen wurde und die Zimmer, welche ſie wünſchte, erhielt.“
„Die Frau Oberlandrichterin war von der Reiſe unpäßlich. und wünſchte mein Schlafzimmer zu benützen; ſie hielt es für das wärmſte,“ antwortete Frau Thorén.
„Und Sie haben in Wilhelms ehemaliger Wohnung ein⸗ heizen laſſen, damit ſie morgen dieſelbe beziehen kann?“
„Nein, das Befinden der Frau Oberlandrichterin hat ſich ſehr verſchlimmert; ſie iſt jetzt ernſtlich krank. Der Doktor iſt hier geweſen und hat ihren Zuſtand bedenklich gefunden.“
„Meine Mutter ſchwer krank!“ rief der Oöberſt. Das war ihm kaum begreiflich. Er konnte ſich nicht erinnern, daß ſie je⸗ mals unpäßlich geweſen war. Um ſo wunderbarer klang es in ſeinen Ohren.*
Der Obexſt warf ſeinen Reiſepelz von ſich und folgte Frau Thorén zu der Kranken.
XXIV.
Drei Wochen kämpften Leben und Tod um die beinahe ſiebzigjährige Frau. Sie hatte allzu ſehr auf ihren ſtarken Körper vertraut, da ſie vom Mai bis Oktober ununterbrochen auf Reiſen begriffen war und ohne Rückſicht auf Jahreszeit oder Witterung ſich allen möglichen Anſtrengungen unterwarf, und dieß alles, um Licht in dem Dunkel zu ſuchen, welches die Familienverhält⸗ niſſe ihres verſtorbenen Sohnes umgab. Man ſtürmt jedoch nicht ungeſtraft auf ſeine Kräfte ein, wenn man ihr Lebensalter er⸗


