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„Ihre Bruderstochter hat einen reichen Mann, und der Reichthum hat Ihnen den Geiſt verblendet. Darum ſind Sie in Bezug auf den Oberſt andern Sinnes geworden.“
„Und wenn ich, als der Oberſt um Majken ſich bewarb, dieſelben Gedanken von ihm wie früher gehabt hätte, ſo wäre Majken wahrſcheinlich ſeine Frau nicht geworden. Alles was ich inzwiſchen Ihnen rathen kann, gnädige Frau, iſt, daß Sie ſich nicht übereilen, ſondern die Vorſicht das Wort führen laſſen.“
Die Oberlandrichterin erhob ſich.
„Ich kam hieher,“ ſagte ſie,„in der Hoffnung, Ihr Ge⸗ rechtigkeitsſinn würde Sie geneigt machen, mir zu helfen, und ich reiſe von hier ab, dieſer Hoffnung beraubt. An wen ſoll ich mich jetzt wenden, um den Schlüſſel zu dem Räthſel zu finden, ſo daß meines geliebten Sohnes Kinder, wenn ſie noch am Leben ſind, nicht Mangel leiden dürfen, ſondern in ihre legitimen Rechte eingeſetzt würden? Vielleicht werden ſie im Elend ſterben, während ihres Vaters Bruder im Ueberfluß ſchwelgt.“
„Haben Sie, Frau Oberlandrichterin, noch nie mit Frau Thorén geredet,“ fragte Ring, gerührt von dem betrübten Aus⸗ ſehen der alten Dame.„Sie iſt die einzige, außer dem Oberſt ſelbſt, welche die Vergangenheit kennt.“
„Frau Thorén,“ wiederholte die Oberlandrichterin.„Sie haben Recht, ich danke Ihnen für dieſen Rath.“— Sie reichte Ring die Hand.—„Meine Reiſe hieher iſt alſo doch nicht ganz vergeblich geweſen.“
4 Einige Minuten ſpäter ſah Thereſe den Wagen hinweg⸗ rollen.
Ring ſtand auf der Schwelle und murmelte ihr nachſehend: „Die Frau hat eine furchtbare Hartnäckigkeit. Sie wird nicht eher aufhören, als bis es ihr gelungen, Schimpf und Schande über ihren Sohn und ſich ſelbſt zu bringen.“
XXXIII.
Es war ein finſterer Herbſtabend, als Frau Thorén den
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