nie vergeſſen, wie erbittert ich wurde, als ich erfuhr, daß er ſich verheirathet hatte, und zwar drei Monate nach ſeines Bruders Hingang.“
„Die Oberſtin Björnſtam war keine Engländerin,“ bemerkte Ring;„ſie war aus Frankreich.“
„Aber er verheirathete ſich mit ihr in England und ſchrieb von dort an mich, daß er eine Frau gefunden, für welche er gern ſeine Freiheit aufopfere.“
„Sie erinnern ſich wohl noch ihres Geſchlechtsnamens, Frau Oberlandrichterin?“ fragte Ring.
„Nein, ich wurde ſo aufgebracht über ſeine Keckheit mir zu ſchreiben, daß ich ſogleich den Brief in's Feuer warf. Ich wollte niemals dieſe Frau ſehen, welche den meinem geliebten Sohne
abgenommenen Raub mit ihm theilte. Erſt als die Tochter ein
Alter von elf Jahren erreicht hatte, gelang es Moriz, eine Ver⸗ ſöhnung zwiſchen ihm und mir zu Stande zu bringen.“
„In dieſem Fall kann ich Sie darüber aufklären, daß die verſtorbene Frau Oberſtin eine geborne Marquiſin d Aveyron war.“
„Und der Oberſt zeigte ſich ja ſo bösartig gegen ſie, daß ſie geiſteskrank wurde, und ſich das Leben nahm? Ah, Herr Kom⸗ miſſär, er wird ſeine Verbrechen ſchwer zu büßen haben! Sie, als ein erfahrener Mann, ſollen mir einen Rath geben, wie ich ihn zu dem Geſtändniß zwingen kann, was aus meines Sohnes Kind geworden iſt. Sie müſſen ihn haſſen; er hat Ihnen Ihre Bruderstochter entriſſen, um ſie zu Tode zu plagen, wie er es mit ſeiner erſten Frau gethan hat.“ „Frau Oberlandrichterin, ich


