Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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er durch innige Freundſchaft verbunden geweſen, klärte mich end⸗ lich darüber auf, daß Wilhelm ein Verhältniß mit einer Frau gehabt habe; doch über die Art und Weiſe deſſelben wußte auch er nichts Näheres anzugeben. Er wußte nicht einmal, wo die⸗ ſelbe ſich gegenwärtig aufhielt. Als der Oberſt bald nach des Bruders Tod in England ankam, war Mr. Scott ihr dazu be⸗ hülflich geweſen, daß ſie eine jährliche Leibrente von dem Oberſt bekam, welche ſie bei einem der Londoner Bankiers zu erheben hatte. Mein Sohn reiste kurz darauf ab, und als Mr. Scott, welcher es auf ſich genommen hatte, nach der Frau und dem Kinde zu ſehen, eines Tages ihre Wohnung auſnuchte, welche in der Gegend von London gelegen war, hatte ſie dieſelbe verlaſſen und, wie es hieß, ſich nach einer der kleinern Städte Englands übergeſiedelt; welche, war ihm unbekannt, und er vermochte mir nur den Namen des Bankiers anzugeben, der ihr die Leibrente ausbezahlte. Der Bankier nannte mir die Stadt, wo ſie wohnte, und ich verließ London, um Mrs. Dowſon aufzuſuchen. Ich fand ſie auch ganz richtig. Die Frau war etliche fünfzig Jahre alt, und von ſtolzem Ausſehen. Mrs. Dowſon gab ohne Zögern zu, daß ſie meinen älteſten Sohn gekannt hatte, und daß ſie von dem Oberſt eine Leibrente bezog, gerieth aber bei der geringſten Andeutung, daß zwiſchen ihr und Wilhelm ein Verhältniß be⸗ ſtanden haben möchte, in förmlichen Zorn. Ich mußte England verlaſſen, ohne daß ich ſie vermocht hatte, mir die geringſte Auf⸗ klärung üͤber die Vergangenheit oder auch nur eine Erklärung zu aus welchem Grunde ſie das Geld empfing. Was ich uch that, um ſie umzuſtimmen, blieb fruchtlos, und ich kehrte nach Schweden zurück, ohne eine Spur von Wilhelms Kinde ent⸗ deckt zu haben. Sind ſie todt wie der Vater, und vielleicht mit ihm auf eine unnatürliche Weiſe umgekommen?

Die Oberlandrichterin war nicht leicht zu erregen; aber nun fuhr ſie mit dem Taſchentuch nach den Augen und weinte. Ring fühlte ſich verlegen und unſchlüſſig und ſagte endlich:

Ich kann an die Behauptung nicht glauben, daß Wilhelm Björnſtam heimlich verheirathet war. Wir leben nicht in Ro⸗ manen, ſondern in der Wirklichkeit. Man geht heut zu Tage