Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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mich wie einen freien Vogel aufwachſen laſſen, welcher im Käfig

ſich nicht wohl befindet, wäre dieſer Käfig auch ſo groß, wie

Schwedens erſte Stadt.

Du wirſt eines Tags dich verheirathen, und da bekommſt Du vielleicht einen Mann, welcher dort wohnhaft iſt, wandte der Oberſt ein.

Das möge Gott verhüten, deklamirte Dagmar.Aber für's Erſte iſt es überhaupt ſehr ungewiß, ob ich jemals hei⸗ rathe; für's Zweite nehme ich niemals einen Stadtbewohner zum

Mann, und drittens will ich in dem lieben Haraldshof leben und ſterben.

XXXII.

Zu Falknäs hatte Thereſe mit dem Einſchlachten im Herbſte vollauf zu thun. Sie zankte und brummte wie gewöhnlich, wäh⸗ rend ſie, umgeben von Mägden, im Brauhauſe ſtand.

Es regnete draußen, wie es gewöhnlich im Oktober der Fall iſt; aber trotz Sturm und Räſſe fuhr doch ein Reiſewagen bei dem Polizei⸗Inſpektor vor und wandte Thereſe's Aufmerkſamkeit von Fleiſch und Speck den Reiſenden zu. Sie ſtürzte an das Fenſter, um Fuhrwerk und Perſonen in Augenſchein zu nehmen. Das erſtere war ein bedeckter Reiſewagen; aber das ſah Thereſe deutlich, daß er keinem der Bewohner des Kirchſpiels angehörte;

zudem ſaß ein Poſtknecht neben dem livreebekleideten Kutſcher.

Eine Dame ſtieg aus dem Wagen; aber Wetterhaube und Flor hinderten Thereſe, die Geſichtszüge zu unterſcheiden. Daß ſie alt war, erkannte man indeſſen aus ihren Bewegungen. Thereſe mußte ſich jedoch Kunde verſchaffen, wer es war, und Kaſſa wurde deßhalb abgeſchickt, ſich darüber zu unterrichten. Sie kehrte mit dem Beſcheide zurück, es ſei die Oberlandrichterin Björnſtam.

Wir überlaſſen es Thereſe, ausfindig zu machen, was die Oberlandrichterin Bruder Johann zu ſagen haben möchte, und beeilen uns ſtatt deſſen, zu erfahren, was zwiſchen der alten

Dame und dem Polizei⸗Inſpektor des Bezirks verhandelt wurde.

Die erſten Höflichkeitsbezeugungen waren ausgetauſcht; die

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