im nächſten Zimmer ſtehen. Hier brannte ein Feuer und warf einen röthlichen Schein auf ſein Angeſicht. Es war düſter.
Mehre Minuten verfloßen. Endlich vernahm man eine Be⸗ wegung innen im Kabinet. David trat heraus. Er gab dem Oberſt das Schreiben mit den Worten zurück:
„Sie haben mir geſtattet, Oheim, mit Wilhelm Björnſtams Briefen anzufangen, was mir beliebt.“
„Allerdings,“ lautete die Antwort des Oberſts.
Er hatte dieſe Worte noch nicht ganz ausgeſprochen, ſo lag das Briefpaket mitten in dem Feuer. Die Flammen verzehrten augenblicklich das vergelbte Papier. Als nur die Aſche noch übrig war, äußerte David:
„Und nun will ich Ihnen Lebewohl ſagen, Oheim. Unſere Rechnungen dürften beinahe abgeſchloſſen ſein. Sie haben ſich herbeigelaſſen, meiner Mutter, meinem Bruder und auch mir beizuſtehen. Ich habe der Unannehmlichkeit eines Skandals vor⸗ gebeugt, welcher nur die Fehler und Schwächen eines bereits Ab⸗ geſchiedenen aufgedeckt hätte. Wir können uns ſomit als quitt anſehen, was Dienſte und Gegendienſte anbetrifft. In Einem ſind und bleiben Sie noch mein Schuldner. Dieſe Rechnung kann nicht ausgeglichen werden, denn wie wären Sie wohl im Stande, mir Das wiederzugeben, was mir geraubt worden iſt? Was mich jedoch mit meinem Schickſal verſöhnen könnte, wäre die eines Tags mir zugehende Kunde, Oheim, daß Sie das Glück von ihr beſſer in Acht nehmen, als das von Dagmars Mutter. Jahre werden vergehen, ehe unſere Wege ſich wieder begegnen. Möge Gott Majken beſchützen!“
Mit dieſen Worten entfernte ſich David.
Der Oberſt blieb ſtehen und ſtarrte in das Feuer, Der Ausdruck des Stolzes in ſeinem Angeſicht war verſchwunden und hatte einer Empfindung des Schmerzes daſelbſt Platz gemacht.
„Nimm ihr Glück beſſer in Acht als das von Dagmars Mutter!“ murmelte er. Ein tiefer Seufzer hob ſeine Bruſt.
„Lieber Papa, laß die Todten ruhen,“ äußerte eine ſchmei⸗ chelnde Stimme ganz nahe bei ihm, und eine lleine Hand ſtreichelte ſeine Wange.
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