Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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Sind Sie deſſen ſo gewiß, Oheim? fragte David.

Ich habe wenigſtens keinen Grund, das Gegentheil anzu⸗ nehmen.

Nicht!

David ſprang auf.

Wenn Du glaubſt, daß mein Bruder Erben hinterlaſſen hat, warum hinderteſt Du dann jenen Mann, von mir Rechen⸗ ſchaft wegen derſelben zu fordern? fragte der Oberſt ſtolz.

Ich that es, weil ich Ihrer zu ſchonen wünſchte.

Du glaubteſt jedoch an die Anklage?

Damals argwohnte ich nur; jetzt habe ich Gewißheit.

Wirklich?

Der Oberſt riß die Augen weit auf.

David zog ein Paket Briefe aus der Taſche.

Dieſe Korreſpondenz zwiſchen Ihnen, Oheim, und Wilhelm, hat mich über das Verhältniß aufgeklärt.

Ah, die Briefe, wegen deren Entwendung meine Mutter mich im Verdacht hatte! rief der Oberſt.

Ja, dieſelben, ſie ſind jetzt in meinen Händen, und werden in einigen Augenblicken in die Ihrigen übergehen.

Der Oberſt hielt ſich an der Lehne des Fauteuils.

Durch welche teufliſchen Ränke ſind dieſe Briefe zuerſt in meiner Mutter Hände und hernach in die deinigen gekommen? fragte der Oberſt.

Ah, Wilhelm Björnſtam's Kammerdiener war das Werk⸗ zeug hiezu. Nach dem Tode des erſtern eignete ſich Sjögviſt die Briefe deſſelben an, und er war es, welcher Sorge trug, daß ſie in die Gewalt der Oberlandrichterin und hernach in die meinige gelangten. Ich habe ſie geleſen. Ich glaubte mich dazu berech⸗ tigt, um Gewißheit zu erlangen, wie weit Sjögviſt's Angaben wahr oder falſch wären.

Meiner Mutter Abſicht war ſomit, einen gerichtlichen Pro⸗ zeß oder etwas dergleichen gegen mich einzuleiten, vermuthe ich?

Der Oberſt machte einen Gang durch das Zimmer und blieb dann vor David ſtehen. Und Du beabſichtigſt ſie mir zu übergeben?