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zugezogen. Er phantaſirte während ſeiner ganzen Krankheit; aber nicht ein einziges Mal ſprach er Majkens Namen aus. Er rief oft nach Dagmar; was er von ihr wollte, ſagte er jedoch nicht. Dagmar war mehrere Tage nach einander zu Aengsberga; aber ungeachtet ſie an ſein Bett trat„ wenn er ſie rief, erkannte er ſie dennoch nicht.
Der Oberſt und Majken kamen auch täglich. Die letztge⸗ nannte ſah ſehr bleich aus.
Eines Morgens— es waren zwanzig Tage, ſeit David ſich gelegt hatte, und noch zeigte ſich keine Beſſerung— kamen Maj⸗ ken und der Oberſt wie gewöhnlich, um ſich nach ſeinem Befinden zu erkundigen.
Der Oberſt trat in das Krankenzimmer. David ſchlummerte, aber ſeine Lippen bewegten ſich von Zeit zu Zeit. Zu hören, was er ſagte, war unmöglich, aber nach der Bewegung der Lip⸗ pen konnte man ſchließen, daß er einen Namen flüſterte.
Der Oberſt verließ das Zimmer.
„Bewillige mir eine Bitte, Majken,“ ſagte er;„geh' zu David hinein!“
Majken erfüllte ſogleich ihres Mannes Wunſch.
Frau Waldner beabſichtigte ihr zu folgen; aber der Oberſt faßte die Hand der verweinten Mutter mit den Worten:
„Bleiben Sie hier! Laſſen Sie Majken allein hineingehen!“
Der Oberſt ſehloß die Thüre hinter Majken.
Innen bei dem Kranken herrſchte Dämmerung. Majken blieb einen Augenblick ſtehen und drückte die Hand auf das Herz. Sie war ſo bleich, daß ſie mehr einem Todten als Lebenden glich. Einige Augenblicke darauf trat ſie zu dem Bett vor und ſank auf die Kniee nieder. Sie weinte nicht beim Anblick ſeines ab⸗ gezehrten Geſichtes; Majken flüſterte nur ſeinen Namen und dieſen beinahe lautlos.
Eine ſchwache Röthe färbte Davids Wangen; die Augen öff⸗ neten ſich langſam und hefteten ſich auf ſie.
„Majken!“ murmelte er und verſuchte ihre Hand zu erreichen,
aber vermochte es nicht. Sie ergriff dieſelbe und ſchloß ſie in die ihrigen.


