Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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150 Was hat dieſe veranlaßt, meine gute Dagmar? fragte

David.

Ein Billet, welches ich heute Nacht, da ich zur Ruhe gehen

wollte, auf meinem Nachttiſche fand.

Dagmar reichte David einen kleinen, mit Bleiſtift beſchriebe⸗

de Streifen Papier. David brachte nur mit Mühe Folgendes eraus:

Unterrichten Sie Ihren Couſin David davon, daß geſtern Abend trotz aller Vorſicht ein Paket Briefe dem Lieutenant Broo⸗ lind übergeben worden iſt. Durch dieſe Briefe iſt Oberſt Björn⸗ ſtam bedroht. Ihr Couſin iſt der Einzige, welcher der Gefahr vorbeugen kann.

David betrachtete mit großer Aufmerkſamkeit die veränderte Handſchrift. Er irrte ſich nicht, das Billet war von Chriſtoph geſchrieben; aber warum wandte er ſich an Dagmar, da er wohl David, was geſchehen war, hätte ſagen können? Die Zeit ge⸗ ſtattete jedoch nicht, ſich mit Vermuthungen aufzuhalten; hier galt es zu handeln.

Nun, David, rief Dagmar,was ſagſt Du dazu?

Ich ſage, Dagmar, daß Du dich deßhalb durchaus nicht zu beunruhigen brauchſt. Wird dein Vater wirklich von einer Gefahr

bedroht, ſo hoffe ich ſie abwenden zu können. David und Dagmar trennten ſich. Dagmar begab ſich

wieder auf ihr Zimmer. Um elf Uhr war David beim Frühſtück und begrüßte die

Neuvermählten. Trotz aller Anſtrengungen war ſein Ausſehen düſter; auch

Dagmar ſtrengte ſich vergeblich an, ihr gewöhnliches frohes und

munteres Weſen anzunehmen. Im Vorbeigehen fragte ſie David: Nun, iſt etwas vor der Hand zu befürchten? Nein, Du kannſt vollkommen ruhig ſein.

XXVIII.

Der Ball in Haraldshof war zu Ende und der Morgen