„Es hilft nichts, mich hindern zu wollen; ich muß hinein.“
David ſah es und eilte von Majken hinweg nach der Thüre; indem er murmelte:
„Das darf nicht geſchehen.“
Broolinds Angeſicht hatte ſich erhellt, die Augen der Ober⸗ landrichterin blitzten, und der Oberſt ſammt allen im Salon ver⸗ ſammelten Gäſten ſchaute nach der Thüre.
Auf der Schwelle ſtand ein Mann mit graugeſprenkeltem Haare und in einen Oberrock gekleidet. Des Oberſts Geſichtsfarbe veränderte ſich beim Anblick des Mannes.
Es herrſchte völlige Stille in dem überfüllten Saale. Jeder⸗ mann erwartete, der Mann würde eintreten oder irgend eine weitere Aeußerung machen. Davids plötzliche Dazwiſchenkunft hatte indeſſen den Fremden zum Verſtummen gebracht.
„Suchen Sie mich, Herr Sjögviſt?“ fragte David, indem er den Mann ſtark fixirte;„dann ſeien Sie ſo gut und folgen Sie mir; hier iſt nicht der Ort zum Sprechen.“
David verließ den Salon und nahm den Mann mit ſich.
Eine Viertelſtunde war David fort; als er wieder ein⸗ trat, ſuchte er Chriſtoph auf und ſagte ihm einige Worte in’s Ohr, worauf dieſer perſchwand. David war eben im Begriff, mit Dagmar und den jungen Mädchen ſich in ein Geſpräch ein⸗ zulaſſen, als die Oberlandrichterin Björnſtam ihre Hand auf ſeinen Arm legte.
„Laß uns einen Gang durch den Salon machen,“ ſagte die alte Dame.
David bot ihr den Arm; ſie wanderten der ganzen Länge nach durch den Salon und die anſtoßenden Gemächer und blieben endlich in einem kleinen Eckzimmer ſtehen. Die Oberlandrichterin hatte bis jetzt nicht ein Wort geſprochen; aber hier unterbrach ſie das Stillſchweigen mit der Frage:
„Du kennſt den Sjöqviſt?“
„Ja, ich glaube deſſen ſchon gegen Sie erwähnt zu haben, Tante,“ antwortete David.
„Weißt Du, was er in früheren Tagen geweſen?“


