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Jetzt ſtand ſie an der Seite des Oberſts und der Geiſtliche begann die heilige Handlung.
Das Blut ſtürzte David ſo heftig nach dem Kopfe, daß er einige Minuten eigentlich nicht recht wußte, was vorging; erſt als das Wort„Amen“ ausgeſprochen wurde, kam er wieder zum Bewußtſein ſeiner ſelbſt. Nur halbverſtändlich und wie im Fiebertraume ſchlugen die Glückwünſche an ſein Ohr. Endlich, als alle dieſe Ceremonien vorbei waren, hatte er auch den vollen Gebrauch ſeiner Sinne und ſeines Verſtandes wieder gefunden.
Majken hatte einmal gewünſcht, reich zu werden. Aber wie war es nun? Hatte ſie mit dem gewonnenen Reichthum es noch dahin gebracht, auch dem Gefühle Stillſchweigen aufzuerlegen, ſo daß ſie ſich jetzt froh und zufrieden wußte? Ihr Aeußeres ſtrafte wenigſtens dieſe Vorausſetzung nicht Lügen. Man konnte aller⸗ dings ſehen, daß ſie den Schritt, welchen ſie gethan, in ſeiner vollen Bedeutung erfaßte; die Stirne war jedoch wolkenfrei und der Blick ruhig.
Von Dagmar hieß es allgemein, daß ſie mit den Jahren ſich ungemein zu ihrem Vortheil verändert hätte. Sie war jetzt wirklich ein hübſches, einnehmendes Mädchen, und verſprach allem
nſchein nach eines Tages eine ſchöne Frau zu werden. Dagmar und Georg waren auch ſehr vergnügt. Ihnen waren die Sorgen und Kämpfe des Lebens noch fremd.
Im blauen Salon ſaß die Oberlandrichterin auf dem Chren⸗ platz. Ein Ausdruck von Bitterkeit lag in ihrem Angeſichte. Von Zeit zu Zeit flog ein Blick hinüber zu Broolind. 3
Der Oberſt ſtand mitten im Salon, mit einigen Herren im Geſpräch begriffen, und David näherte ſich der Braut, um ſie anzureden.
„Glaubſt Du, Maſken, es ſei Jemand hier, der wärmere Gebete für dein Glück zum Himmel geſendet hat, als ich?“ fragte David.
„Nein, David.“
„Mag jebt.. 4
Hier wurde David von einer Stimme an der Thür unter⸗ brochen, welche rief:.


