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Jahre lagen zwiſchen jener Zeit und der Gegenwart; David hatte ſeitdem tief und ernſt geliebt; er war glücklich geweſen und hatte auf die Zukunft gehofft; aber jetzt, jetzt ſtand er da, be⸗ raubt der Liebe, des Glückes, der Hoffnung. David hatte Thränen für ſeinen erſten Schmerz gehabt; für das, was er jetzt empfand, ſtand ihm nicht einmal eine Klage zu Gebot.
Einige Minuten ſpäter kehrte David in den Salon zurück, wo er ſeine Mutter, Mathilde und Chriſtoph fand.
„Was wollte der Oberſt?“ fragte Frau Waldner.
„Mir zumuthen, Marſchall bei der Hochzeit zu werden,“ antwortete David.
„Du ſchlugſt es ab, wie ich mir denken kann?“
„Gewiß nicht. Warum ſollte ich es auch wohl thun?“
Frau Waldner ſprach die Vermuthung aus, dieſer Ehren⸗ poſten würde ihm nicht ſonderlich angenehm ſein.
„Wir wollen doch ſehen, ob David nicht unwohl wird, wenn der Hochzeittag kommt,“ ſagte Mathilde bei ſich.„Mich kann er mit ſeiner gut geſpielten Gleichgültigkeit nicht täuſchen.“
XXVI.
Die Tage, welche zwiſchen dem Beſuche des Oberſts und ſeiner Hochzeit lagen, waren von Gäſten und von Einladungen in Anſpruch genommen.
Am vierten Weihnachtstage wurde die Hochzeit gefeiert. Die Trauung ſollte in Haraldshof ſtatt finden.
Zwiſchen ſieben und acht Uhr nahm der Geiſtliche ſeinen Platz hinter den bedeutungsvollen Brautſtühlen ein. Die Thüre zur Rechten des großen Salons ging auf und der alte Ring trat heraus, die Braut an der Hand führend. David war bleich wie der Tod.
Er hätte ſich Majken zu Füßen werfen und mit verzweif⸗ lungsvoller Stimme ihr zurufen mögen:
„Wie kannſt Du dich an einen Andern verheirathen! Dieſer Trauungsakt iſt das Todesurtheil über mein Glück.“ 8


