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„Ich kann an Majken nicht zweifeln und will an Den nicht glauben, welcher ſie mir geraubt hat.“
„An ihr zu zweifeln, hieße an dem Guten ſelbſt zweifeln.“
„Aber,“ rief David,„wie Majkens Benehmen ſich erklären? Sie verheirathet ſich mit Ihnen, Oheim, und ſie....
„ Liebt Dich,“ fiel der Oberſt ein.„Das letztere hat Majken zugegeben.“
„In dieſem Fall, wie kann ſie....“
„Meine Frau werden?⸗ ergänzte der Oberſt, indem er ſeine Hand auf Davids Schulter legte.„Da wir die Beweggründe nicht kennen, welche hinter den Handlungen liegen, ſo wollen wir uns hüten, Vermuthungen darüber anzuſtellen und vor allem anzunehmen, daß ſie verwerflicher Art ſind. Einmal wird Dir Majkens Benehmen klar werden.“
Wiederum entſtand eine Pauſe. Der Oberſt betrachtete den jungen Mann mit theilnehmenden Blicken. Nach langem Still⸗ ſchweigen begann er wieder:
„Kommſt Du mit auf die Hochzeit?“
„Ja.“
„Du weigerſt dich wohl nicht, Marſchall zu werden?“
„Nein, auch dem werde ich mich ihr zulieb unterwerfen.“
Der Oberſt reichte ihm die Hand, indem er beifügte:
„Und nun, lebe wohl!“. 4
David ſchob die dargebotene Hand zurück und ſagte in mehr traurigem, als erbittertem Tone:
„Jetzt iſt es mir unmöglich, Majkens Bräutigam die Hand zu drücken.“ 8
Der Oberſt ging. David lehnte ſich an den Thürpfoſten, als ob er nicht im Stande wäre, ohne dieſe Stütze ſich aufrecht zu halten. Bitter war die Qual, welche ſeine Bruſt erfüllte. „Nach einigen Augenblicken richtete David ſich auf. Er warf einen Blick im Zimmer rings umher. Hier hatte er den erſten Schmerz, der ihm von einer Frau zugefügt worden war, durch⸗
lebt. Hier hatte er geſehen, wie Mathilde einſt Arvid zulächelte.
ie unglücklich war er ſich damals nicht vorgekommen! Fünf Schwartz, David Waldner. I. 10


