Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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„Mich zwingen; das ſollte Dir wohl nicht ſo leicht wer⸗ den,“ meinte der Jüngling, und ſah den jungen kraftvollen Mann mit einem herausfordernden Blick an.

„Das werden wir wohl ſehen,“ verſetzte Arvid, drehte ſich auf dem Abſatz um und entfernte ſich.

David blieb. Er lehnte ſich an einen Baum und ſuchte ſich zu beruhigen. Ganz mechaniſch drehte er an dem kleinen Ring und ſchob ihn an dem Finger hin und her, als wollte er durch dieſe Bewegung ſich überzeugen, daß er in deſſen Beſitz war. Mit der Gewiſſenhaftigkeit eines unverdorbenen Herzens ſuchte er ſich klar zu machen, ob es wirklich zu irgend einer Unannehm⸗ lichkeit für Mathilde führen könnte, daß er ihren Ring trüge. Sie war ja ſeine kleine, liebe Braut, und ſie ſollte eines Tags ſeine Frau werden. Wem trat er alſo damit zu nahe, daß der Ring an ſeinem Finger ſaß? Niemand.

David zog den Ring ab und blickte ihn liebevoll an.

Ein Wagen nahte.

David richtete die Augen auf denſelben.

Es war ein Reiſewagen. Der Kutſcher trug die Björn⸗ ſtam'ſche Livree. Ein Kopf ſchaute durch eines der Wagenfenſter, zog ſich aber ſogleich wieder zurück. Bei dieſer Bewegung folgte jedoch der kleine Sammethut nicht in den Wagen nach, ſondern ſiel auf die Straße, und die Eigenthümerin rief ganz erſchrocken:

„Ach, ich habe meinen Hut verloren!“

Der Wagen hielt an. David eilte augenblickl das kleine, hübſche Dingelchen aufzuheben. gleich den Ring wiederum an den fallen, gerade da er vor dem ve dieſen auf und überreichte ihn der Dame im Wagen, ohne die⸗ ſelbe anzuſehen, ſo beunruhigt war er über den möglichen Verluſt eines ihm ſo theuren Kleinods.

Das Wort: Danke, wurde von einer geſprochen; der Kutſcher ſchwang ſeine Peitſt Wagen, es David überlaſſend, das Liebe aufzuſuchen. 2

ich herbei, um Er wollte dabei zu⸗ Finger ſtecken, ließ ihn aber rlornen Hute ſtand. Er hob

Frauenſtimme aus⸗ che und fort eilte der Unterpfand von Mathilde's