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ſind, ſo muß man der Hoffnung entſagen, ſie von Angeſicht kennen zu lernen.“
„Sie iſt ja am Sonntag in der Kirche geweſen.“
„Aber da war ich nicht dort und am Sonntag zuvor war ſie es, welche ausblieb. Nun wird es mir Unterhaltung gewähren, dieſe Frau zu Geſicht zu bekommen, nachdem Jedermann be⸗ hauptet, daß ſie ein ſo originelles Ausſehen habe.“
„Und deßhalb ſtreifſt Du drei ganze Wochen um Haralds⸗ hof herum; Du, welcher ſagt, er könne das alte Schloß nicht leiden.“ „Darin haſt Du Recht; aber aufrichtig zu ſein, ich glaube, wir könnten von etwas Unterhaltenderem reden, da wir hier ſo unter vier Augen ſind.“.—
„Allerdings; aber Du mußt mir etwas verſprechen.“
Mathilde legte ihre Arbeit bei Seite und ſah den Couſin an.
„Ich verſpreche Alles, was Du willſt,“ meinte David.
„Du darſſt den Weg nach Haraldshof nicht mehr einſchlagen. Du brauchſt dich nicht um Mamſell Ring zu kümmern.“
Mathilde legte die Hand auf ſeine Schulter und ſchaute ihm mit bittendem Blick in die Augen; es gehörte mehr als ſiebenzehn Jahre dazu, um hiegegen auch nur einen Widerſtand zu verſuchen. 4
„Ich gebe Dir mein Wort, daß dein Wille mir Geſetz ſein ſoll,“ betheuerte David, aber unter zwei Bedingungen.
„Laß hören!“
„Fürs erſte gibſt Du mir einen Kuß und damit die feier⸗ liche Verſicherung, daß Du meine liebe kleine Braut biſt. Zum Zeugniß dafür wechſeln wir die Ringe. Ich nehme den, welchen Du an deiner rechten Hand trägſt, und ſieh hier, was ich
zum Tauſche dafür gebe.“
Mathilde lächelte, 309 den Ring von ihrem Finger und 1
reichte ihn dem Jüngling. Was weiter folgte, brauchen wir nicht zu erzählen. Das
neunzehnjährige Mädchen und der ſiebzehnjährige Jüngling ver⸗
ſprachen einander viel, was ſie in der Zukunft nicht halten ſollten,
Dir


