Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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Während er alſo ſich äußerte, ſuchte er eine von Mathilde's Händen zu faſſen; aber dieß war keine ſo leichte Sache; ſie ſchien im Augenblick nicht geneigt, ihm eine zu geben.

„Du denkſt nie an etwas Anderes, lieber David, als Dich

zu beluſtigen,“ ſagte Mathilde in altklugem Tone;„Du biſt er⸗

ſchrecklich leichtſinnig.“ „Haſt Du mich gerufen, um mir das zu ſagen?“ fragte

David, welchem es inzwiſchen gelungen war, ſich ihrer rechten Hand zu bemächtigen;„in dieſem Fall hätteſt Du mich wohl die lebhafte Converſation fortſetzen laſſen können, welche ich mit meinem Bruder eingeleitet hatte.“

David küßte die kleine Hand trotz alles Widerſtandes.

„Laß meine Hand los, oder ich werde böſe,“ erklärte Mathilde.

„Iſt es deine Abſicht, mir eine moraliſche Vorleſung zu halten, ſo mußt Du auch geſtatten, daß ich deine Hand behalte,“ ſagte David.

„Höre, Couſin, ich will Gehorſam haben,“ äußerte Mathilde und bemühte ſich, ihre Hand loszumachen.

„Das glaube ich nicht,“ ſcherzte David.

„Du biſt unerträglich.“

„Warum gerade das Gegenthei denkſt?“

„Beabſichtigſt Du mich zum Zorn zu reizen

„Ja, im Fall Du fortfährſt, gegen deine Ueberzeugung zu reden.“ Jetzt riß Mathilde die Hand los mit den Worten:

„Kannſt Du ſagen, warum Du letzterer Zeit täglich an Haraldshof vorbeigeritten biſt? Du pflegteſt ſonſt niemals dieſen Weg einzuſchlagen. Was iſt die Urſache, daß Du es jetzt thuſt?“

„Neugierde.“ 3 5

„Weßhalb? Dagmar mußt Du ja wohl geſehen haben; alſo brauchſt Du nicht ihr zulieb dahin zu reiten.”

„Richtig bemerkt. Nun, um weſſen willen glaubſt Du, daß ich es thue?“

„Wegen der Gouvernante.“

„Wie Du doch redeſt, Mathilde; ſie iſt ja eine alte Perſon,

l von dem ſagen, was Du

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