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das ſtolze Mädchen ſich niemals zu verſöhnen. Dieſes tägliche Mißbehagen hatte zur Folge, daß Majken in aller Stille ihre Maßregeln zu treffen anfing, um ſich bis zum Herbſt eine paſ⸗ ſende Stelle zu verſchaffen.
Rings Dienſt brachte es mit ſich, daß er oft auswärts war, und da ſaß denn Majken am Webſtuhle oder am Spinnrocken. War er daheim, ſo leiſtete ſie ihm Geſellſchaft, weil er es ſo wünſchte. Sie ſpielte und ſang ihm vor, gab ſich zu einem Spa⸗ ziergang oder zu einem Geſpräch mit dem lieben Oheim her; aber dieſer bemerkte allmälig dabei, daß mit Majken in den letzten Wochen eine ſichtbare Veränderung vorgegangen war. Weit ent⸗ fernt, die wahre Urſache davon zu errathen, begann Ring dar⸗ über nachzugrübeln, ob Majken nicht eine geheinie Neigung, irgend einen Herzenskummer hätte. Er beſchloß auch wirklich, ſich Kunde zu verſchaffen, wie es ſich damit verhielte.
Eines Tags, da ſie im Garten beiſammen ſaßen, ſagte Ring:
„Nun, Majken, Du haſt mir noch nicht geſagt, ob Du nicht dort in Weſtergyllen einen Herzensfreund zurückgelaſſen haſt. Wie ſteht es? Haſt Du vielleicht dein Herz an irgend einen See⸗ hund dort verſchenkt, da Du doch aus dieſer herrlichen Provinz hier gebürtig biſt?“...
„Wenn ich mein Herz verſchenkt habe, ſo iſt es beſtimmt an einen Seehund geweſen, welcher damit auf und davon gegangen iſt,“ antwortete Majken lachend.
„Mit andern Worten will das heißen: Du biſt nicht ver⸗ liebt.“
„Nein, nicht einmal in die Reize von Oſtgothland.“
„Mädchen, Mädchen, Du darſſt nicht ſo höhnen; verliebſt Du dich einmal, ſo darf es nur in einen Öſtgothländer geſchehen.“
„Onkel, ich verliebe mich niemals. Ich bin eitel und meine Gefühle ermangeln aller Tiefe. Sollte Jemand förmlich einmal gegen mich Sturm laufen wollen, ſo könnte ich möglicher Weiſe, ſo lang er mir ſeine Huldigung darbrächte, etwas empfinden, was einem Reflex von ſeinen Gefühlen gegen mich gleichkäme, aber dieß wäre auch Alles.— Nun, Onkel, haſt Du mein Glau⸗ bensbekenntniß in Rückſicht auf die Fähigkeit zu lieben, gehört.“


