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„Wenn Du etwas mit mir zu reden haſt,“ ließ ſich Thereſe nunmehr vernehmen,„ſo kannſt Du es jetzt thun, während ich den Spinat putze. Ich habe keine Zeit zum Müſſiggehen und zum Schwatzen, muß ich Dir bemerken.“
Majken lächelte. Dieß zeigte, daß ſie ſich von den Worten der Tante nicht verletzen ließ. Sie ſchickte ſich an, ihr bei dem Putzen zu helfen, während ſie folgendermaßen begann:
„Sage mir aufrichtig, Tante, biſt Du dagegen geweſen, daß ich hieher käme?“
Thereſe's Naſe wurde ſpitziger als eine Pfrieme, und ihre Augen glichen einem Paar blanker Kugelknöpfe, als ſie in über⸗ legſamem Tone antwortete:
„Ich habe meine Grundſätze, und einer davon iſt, daß die Jugend arbeiten muß; ſo habe ich gethan und muß es noch heute thun, und darum hielt ich es für ein Unrecht von Bruder Jo⸗ hann, daß er Dich nicht ſelbſt dein Brod verdienen läßt.“
„Du willſt mich alſo nicht zu Falknäs haben, Tante? Glaubſt Du, ich könne hier Kleidung und Nahrung nicht abver⸗ dienen?“
„Ich möchte wiſſen, was Du thun könnteſt!“ rief Thereſe, indem ſie mit großer Heftigkeit die Spinatſtiele in den leeren Korb warf.„Johann bedarf keiner Perſon, welche Klavier ſpielt und ſingt und an dergleichen Lumpereien hängt, womit Du dich beſchäftigſt.“
„Ich kann auch etwas Anderes thun,“ fiel Majken ein;„ich kann weben, ſpinnen, nähen und backen.“
„Da würdeſt Du dann meine Geſchäfte übernehmen,“ rief Thereſe.„Ja, das habe ich eben geahnt. Du beabſichtigſt, dich hier einzuquartieren, um eines Tags Johann allein zu beerben. Du biſt hergegangen, und haſt Bruder Johann die Einbildung beigebracht, daß ſeine einzige Freude darin beſtehe, Dich bei ſich zu haben, und ſomit benimmt er ſich undankbar gegen ſeine alte Schweſter. Mein Lohn wird wohl ſein, daß ich eines Ta⸗ ges außer Brod und Obdach komme.“.
„Du thuſt Unrecht daran, Tante, wenn Du glaubſt, ich denke daran, den Oheim zu beerben,“ rief Majken.„Dafür habe


