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die Oeffnung zu einem Brunnen, welcher beinahe unergründ⸗ lich iſt.“— Dagmar ſchaute ſich ringsum und fügte dann mit leiſer Stimme noch hinzu:
„Papa hat es dem Brunnen niemals vergeben können, daß er ſeinen Bruder verſchlang, und darum ließ er ihn ausfüllen. Des Abends, wenn ich hieher gehe, höre ich den Onkel da unten ſeufzen und zuweilen ſehe ich denſelben hervortreten und hier rings herum gehen.“
„Das iſt aber bloße Einbildung,“ fiel Majken ein.
„Einbildung!“ rief die Kleine erſtaunt.„Nein, das iſt Tageswahrheit. Tante Thorén hat ihn auch geſehen. Wiſſen Sie, wie es ging? Ja, mein Vater hatte einen ſehr guten Bru⸗ der, welcher Wilhelm hieß, und welchen er innig liebte. Onkel Wilhelm war damals Herr zu Haraldshof. Eines Abends waren: Fremde da; als ſie Abſchied nehmen wollten, vermißte man den Onkel. Man ſuchte ihn und fand ſeinen Strohhut an der Seite des Brunnens. Mein Vater ließ ſogleich den Brunnen unter⸗ ſuchen und da entdeckte man meines Oheims Leichnam. Mein Vater erbte Haraldshof, aber ohne daß dieſes ihn zu tröſten ver⸗ mochte. Er betrübte ſich ſo ſehr, daß er eine Reiſe ins Ausland antreten mußte. Jetzt begreifen Sie wohl, daß meines Oheims
Geiſt da unten ſeufzen muß. Der blieb zurück, als man den Körper heraufzog.“
3 Majken beabſichtigte, einige Einwendungen gegen dieſe Be⸗ hauptung zu machen, wurde aber durch einen gellenden Pfiff, welcher dem am vorigen Tag gehörten völlig glich, daran ge⸗
hindert. Derſelbe große Hund, mit welchem ſie am geſtrigen Abend Be⸗
kanntſchaft gemacht hatte, kam herangeſprungen, um ſich munter
mit Dagmars Hektor herumzutummeln.
„Papa!“ rief Dagmar und eilte dem Oberſt entgegen, wel⸗ cher durch eine Glasthüre herauskam. Majken wurde mit der Bildſäule Neptuns allein gelaſſen, ſehr verdrießlich darüber, ſich hier an Ort und Stelle zu finden. Sie ſchaute ſich nach Dag⸗
„Der Oberſt!“ flüſterte ſie unwillkürlich und drehte ſich um.
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