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„Daran thun Sie Recht, denn ſonſt wäre ich böſe gewor⸗ den. Ich kann ſonſt Fremde nicht vertragen, aber Sie gefallen mir. Ihr Anblick reizt mich nicht, wie es geſchieht, wenn die Nachbarn zu meinem Vater kommen. Eben wollte ich auf den Weg nach Aengsberga hinaus, um David Waldner und ſeine Couſine im Vorbeireiten zu beobachten. Ich kann gerade nicht mit ihnen, aber ich will ihn zu Pferde ſehen. Sie kennen wohl Waldners?“
Majken gab eine verneinende Antwort, und Dagmar nahm davon Veranlaſſung zu erzählen, daß ihr Vater und Frau Wald⸗ ner, obwohl Couſin und Couſine zu einander, keine recht guten Freunde wären. Dagmar ſelbſt war den hochmüthigen Söhnen nicht ſehr hold, da ihrer Meinung nach dieſelben nichts beſaßen, was ihnen zum Stolze Veranlaſſung geben konnte, da deren Mutter nur ein Haus von Holz hatte, während dagegen ihr Vater Beſitzer eines von Stein aufgeführten Schloſſes war.
Es lag in Dagmars Worten eine Miſchung von Uebermuth und Offenheit, welche um ſo mehr auffiel, da ſie zu Anfang ſo ſchüchtern geſchienen hatte.
Dagmar führte Majken auf allen merkwürdigen Punkten herum und hatte von jedem einzelnen etwas Wunderbares zu erzählen.
Endlich kamen ſie auf einen freien Raum vor dem alten Schloſſe. Es war ein großer, ſchöner Raſenplatz, in deſſen Mitte ein marmorner Neptun auf einem Piedeſtal von Granit aufge⸗ ſtellt war.
Hier blieb Dagmar ſtehen.
3 e gefällt Ihnen dieſe Statue?“ fragte ſie, auf den Neptun ſeutend.—
„Er iſt ausgezeichnet ſchön,“ antwortete Majken und be⸗ trachtete ihn mit künſtleriſchem Intereſſe.
„Ich glaube, daß er ſehr häßlich iſt!“ rief das Mädchen,
warf den Kopf zurück, erhob ihre kleine geballte Fauſt gegen das
Bild und ſetzte hinzu:„wenn ich Beſitzerin von Haraldshof bin, ſollſt du fort. Ja, ich werde dich in Stücke ſchlagen laſſen und die Trümmer in die Tiefe werfen. Der häßliche Gott verdeckt
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