mußt die Fremde um Entſchuldigung bitten; komm her und ver⸗ beuge dich.“
Hektor ging mit hängenden Ohren und eingezogenem Schweife auf Majken zu und machte eine Hundeverbeugung mit ſo betrüb⸗ tem Ausſehen, daß das Mädchen zu lachen anfing. Dann lockte ſie ihn zu ſich, nahm ihn in die Arme und gab ihm eine Menge Schmeichelnamen. Dieſe Zärtlichkeitsbezeugungen ſchienen ſie völlig von dem ſcheuen Weſen befreit zu haben, welches ihre Bewegungen vorher ausgezeichnet hatte.
„Wollen Sie den Park betrachten?“ fragte ſie Majken, aller⸗ dings mit erröthenden Wangen, aber ohne eine weitere Spur von unfreundlichem Ausſehen.—„In dieſem Fall,“ ſetzte ſie hinzu,„kommen Sie mit mir, und ich will Ihnen deſſen Merk⸗ würdigkeiten zeigen. Aber wer ſind Sie eigentlich?“
„Ich bin die Bruderstochter von dem Kommiſſär Ring.“
Das Mädchen machte eine häßliche Grimaſſe bei dieſem Namen. „Das iſt Schade,“ ſagte ſie.„Ich kann den Alten nicht leiden; er nimmt die Diebe feſt und thut den Armen Leids an. Im Uebrigen mag ich keine andern Menſchen als diejenigen, welche in Haraldshof wohnen, und dieſe darum, weil ſie meines Vaters Brod eſſen und eines Tags meine Unterthanen werden.“
„Sie ſind ſomit Fräuleiu Björnſtam?“ fiel Majken ein.
„Nein, nicht Fräulein; ich bin Dagmar Björnſtam,“ ſagte das Mädchen in rauhem Ton, ſetzte aber dann, einen lächelnden, ſchüchternen. Blick auf Majken werfend, hinzu:„Sie ſind ſchön, Sie, und ich glaube, ich kann Sie lieb gewinnen. Wollen Sie die Zimmer, die Gärten, den neuen Pavillon, die Ruinen der— Kapelle und die alte Grotte ſehen, ſo will ich Ihnen alles zu⸗ ſammen zeigen.“ 3
„Sie ſind allzu gütig, aber... 4
„Was?“ fiel Dagmar ein,„fürchten Sie ſich auch vielleicht vor meinem Vater? Thun ſie das nicht, er iſt ſo gut und im Uebrigen jetzt nicht daheim.“
„In dieſem Fall nehme ich Ihr Erbieten an,“ erwiederte Majken.
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