Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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Majken! rief Ring heftig,was iſt das für ein Geſchwätz! Er kann unmöglich einen andern als unvortheilhaften Eindruck machen.

Irrthum, beſter Onkel; er iſt ein liebenswürdiger Mann, und ich habe die vollkommene Ueberzeugung, daß ich nicht die erſte bin, welche ein ſolches Urtheil über ihn fällt.

Leider biſt Du es nicht. Es iſt inzwiſchen ein Glück für die Frauen, daß der Oberſt kein Bewunderer des ſchönen Ge⸗ ſchlechts iſt. Wäre er das, ſo würde er immerhin noch eine Frau Numero 2 finden, um ſie zu Tode zu plagen.

Ei, Gott bewahre, wenn er mich haben wollte, ſo.. 4

Ring blieb ſtehen.

Majken, ſprach er in ſtrengem Ton,ich fürchte, Du haſt dich in der Zeit, da wir von einander getrennt waren, zu etwas ganz Anderem entwickelt, als....

Da ich drei Jahre alt war, fiel Majken lachend ein. Das iſt ganz ſicher; aber Du brauchſt dich nicht zu beunruhigen. Ich kann Dir heilig verſichern, daß ich ein gutes und braves Mädchen bin. Ueberdieß bin ich ſtark an Körper und Seele, von hübſchem Ausſehen, mit dreiundzwanzig Jahren auf dem Nacken, und feſt entſchloſſen mein Glück zu machen.

Majken lächelte ihrem Oheim ſo fröhlich zu, daß die Wolke auf ſeiner Stirne verſchwand.

Nun, fuhr Majken mit ſchmeichelnder Stimme fort,er⸗ zähle mir jetzt die merkwürdigen Ereigniſſe, welche Dich in ſchlimme Laune verſetzt haben. Ich brenne vor Ungeduld zu erfahren, worin dieſelben beſtanden.

Aber ich brenne nicht vor Verlangen, deine Neugierde zu befriedigen. Laß uns darum von etwas Anderem reden.

Majken war mit dieſer Entſcheidung nicht zufrieden. Man ſchwieg und näherte ſich der Heimath.

II.

2 Falknäs war der Name der Behauſung des Oberpolizei⸗ Inſpektors. Sie lag am Rande eines großen Waldes, ganz