Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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nichts, was einem Deſpoten gleich ſieht. Ich glaube daran ebenſo wenig, als daß die Herrin von Aengsberga aus eitel menſchlichen Tugenden zuſammengeſetzt iſt. Nein, haſt Du nichts Schlimmeres von dem Oberſt zu erzählen, ſo erſcheint er mir nur etwas originell, und für eine Burg von grauem Felsgeſtein hat er eine ent⸗ ſchiedene Vorliebe. Ich möchte nichts Höheres wünſchen, als...

Ein gellender Pfiff ließ ſich ganz in der Nähe vernehmen, und Majken wandte ſich ſchnell zur Seite, um zu ſehen, wer im Anzuge wäre.

Ring murmelte:

Der Oberſt!

Wo? rief Majken, aber dem Oheim blieb eine Antwort erſpart; zwei Männer wurden in demſelben Augenblick ſichtbar. Sie kamen zu der Stelle herauf, wo Ring und ſeine Bruders⸗ tochter ſaßen.

Ein großer, prächtiger Neuſundländer⸗Hund hüpfte bellend um den ältern von ihnen herum. Auf ihn richteten ſich auch Majkens Augen. Er hatte ein Aeußeres, welches Aufmerkſamkeit abnöthigte.

Komm, Majken, laß uns gehen, ſagte Ring;ich treffe nicht gern mit dem Mann zuſammen.

Majken rührte ſich jedoch nicht von der Stelle.

Der ältere Herr wurde jetzt auch ihrer und Rings anſichtig. Er zog ſeine Uniforms⸗Mütze ab und grüßte den Oberpolizei⸗ Inſpektor ſo artig, als ob derſelbe eine Excellenz geweſen wäre. Als die beiden Herren ganz auf der Höhe angelangt waren, er⸗ hob ſich Majken. 3

Das iſt ein glückliches Zuſammentreffen, ſagte Oberſt Björn⸗ ſtam, und reichte dem Inſpektor die Hand, nachdem er zuerſt gegen Majken ſich verbeugt hatte.Ich ſprach eben mit meinem Schweſterſohn von dem Herrn Kommiſſär; er findet nun Ge⸗ legenheit, Ihre perſönliche Bekanntſchaft zu machen, wornach er eifrig begehrt hat.

Der Oberſt ſtellte den Lieutenant Broolind vor, und Ring ſah ſich ſeinerſeits genöthigt, dem Oberſt ſeine Bruderstochter vor⸗ zuſtellen.