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einzigen Fehler an ſich haben, welche ſo außerordentlicher Art ſind, daß eine andere arme Perſon, wie ich zum Beiſpiel bin, nicht einmal zu ihr aufzublicken wagt. Ich finde auch das gelbe „Holzſchloß“ da recht langweilig.“
In dieſem Augenblick vernahm man lauten Hufſchlag von der Landſtraße, welche am Hügel hinführte.
Majken und Ring blickten dorthin. Es war ein Reiter und
eine Reiterin. Der erſtere trug eine weiße Mütze und ſchien ein
Jüngling von ſiebzehn bis achtzehn Jahren zu ſein.
„Wer waren dieſe?“ fragte Majken.
„Der junge Waldner und ſeine Couſine, Mamſell Lindal.“
„Ah ſo, das Kind mit der weißen Mütze iſt der Sohn von der Frau Vollkommenheit. Hat ſie mehrere Söhne?“
„Nur zwei; dieſer war der ältere.“
„Sie werden wohl ebenſo vollkommene junge Männer, wie ihre Mutter eine ausgezeichnete Frau iſt,“ bemerkte Majken kopf⸗ ſchüttelnd.„Nein, für die Herrſchaft hier habe ich keine Sym⸗ pathie.— Laß uns von Haraldshof reden. Dort die gebietende Frau ſein, hieße ſchon etwas; aber ich möchte Frau ſein ohne den Mann, das heißt Wittwe, ganz wie die Beſitzerin von Aengs⸗
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Majken ſtreckte die Arme in die Luft aus und rief:„Ol die ihr reich, ſehr reich ſeid und mit vollen Zügen aller der Freuden genießen könnt, welche das Leben zu bieten hat. Ich begehe gewiß irgend eine Thorheit aus bloßem Verlangen, dem Looſe der Armuth zu entgehen.“
„Begehe immerhin die Thorheit, reich zu werden,“ fiel Ring lachend ein;„es wäre das Klügſte, was Du dir geſtatten könn⸗ teſt. Du haſt ſonſt keine ſonderlichen Ausſichten, eine Erbin zu werden; es liegt nicht in unſerem Geſchlechte, Vermögen zu ſammeln.“
„Das weiß ich leider,“ antwortete Majken,„aber warum mich daran erinnern? Erzähle mir ſtatt deſſen etwas über den Beſitzer von Haraldshof. Ich denke mir ihn als einen großen alten Mann, mit grimmigen Geſichtszügen, buſchigen Augenbraunen und ge⸗ waltigem Knebelbart.“
„Deine Vorſtellung entſpricht keineswegs der Wirklichkeit,“


