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Geſchlechte und iſt in ſpätern Zeiten Haraldshof genannt worden. — Das Gut dort“(jetzt wies der Stab oſtwärts)„iſt Aengsberga, eine von den Schöpfungen der neuern Zeit.“
Majkens Augen folgten der letztern Andeutung nicht, ſondern blieben nachdenklich auf Haraldshof gerichtet. Nach einer Weile nahm Ring wiederum das Wort:.
„Die beiden Herrſchaftshäuſer da haben jedes ſeine eigene Geſchichte.“
„Wirklich!“ rief Majken,„das lautet intereſſant.— Aber Onkel, Du haſt mir noch nicht geſagt, wer der Beſitzer der alten Burg iſt.“
„Haſt Du es vergeſſen?“
„Liebſter Onkel, während der nun verfloſſenen zwanzig Jahre hatte ich ja Dich vergeſſen; wie kannſt Du dann begehren, daß ich mich des Beſitzers von Haraldshof erinnern ſoll?“
„Ich vergeſſe immerdar, daß Du ſo lang aus Oſtgothland fortgeweſen biſt. Nun wohl, der alte Herrenſitz gehört dem Oberſt Moriz Björnſtam. Er iſt Wittwer und hat eine einzige Tochter. Aengsberga dagegen gehört einer Couſine von ihm, Frau Waldner. Wittwe von einem Grundbeſitzer, welcher ein nicht un⸗ bedeutendes Vermögen hinterlaſſen haben ſoll, iſt ihr Leben, ſo viel ich weiß, ganz ſtill verfloſſen, ohne daß irgend große Küm⸗ merniſſe oder heftige Leidenſchaften den Frieden ihrer Seele ge⸗ ſtört haben. Eine gute Gattin und Mutter, eine rechtſchaffene Hausfrau, iſt ſie allezeit von ihren Nachbarn verehrt, von ihrer Umgebung geſchätzt und von den Ihrigen geliebt worden. Der einzige Kummer, welcher ſie getroffen hat, war der Verluſt ihres Mannes; aber den trägt ſie als eine gute Chriſtin.“
„Das lautet ja nach deinen Worten, Onkel, als wäre ſie eine leibhaftige Vollkommenheit,“ fiel Majken ein und richtete den Blick nach Aengsberga.—„Nun, wie ſieht ſie aus?“
„Um deine Neugierde ſo viel als möglich zu befriedigen, will ich Dir nur ſagen, daß ſie eine ſtattliche Frau von etlichen fünfzig Jahren iſt, mit regelmäßigen Geſichtszügen und Spuren einer Schönheit, welche nicht zu dem alltäglichen Schlage gehörte.“
„Ach, Gott bewahre mich, die Frau kommt mir ja furchtbar vor! Sie iſt eine von jenen ſchrecklichen Geſtalten, welche keinen


