Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Augenblick, da ſie der Verwirklichung deſſelben am ſicherſten zu ſein glaubte. Wie unmächtig ſind nicht wir Sterblichen!

XXXVII.

Ein ganzes Jahr verweilte Wilhelm auf Broby. Endlos lange Monate waren ſeit dem Tage ver⸗ floſſen, da er des Theuerſten, was er beſaß, beraubt worden.

Düſter und verſchloſſen klagte er niemals über den erlittenen Verluſt.

Er überließ ſich der vollſtändigſten Hoffnungs⸗

loſigkeit. Gleichgültig dagegen, daß er den Arm

verloren hatte, ſchien er in ſeinem Innern ſo ver⸗ ſtört zu ſein, daß Nichts von ſeinem frühern Men⸗ ſchen übrig blieb.

Im März 1792 langte die für das ganze Land betrübende Nachricht von der Ermordung des Königs in Broby an. Bei dieſer Botſchaft flammte es in Wilhelms Augen. Etwas von dem ehmaligen Feuer leuchtete wieder darin auf, und er wandte ſich zu der Freifrau mit den Worten:

Mutter, nun iſt das letzte Band, das mich noch an das Vaterland knüpft, gelöst.

Noch nicht. Deine Mutter lebt noch, mein Sohn! ſagte die Freifrau und ſah ihn kummer⸗ voll an.

Verzeih! Ich vergaß, daß wir, Du und ich, Eins ſind, ſagte Wilhelm und küßte ihre Hand.

Zwei Monate darauf war auch wirklich dieſes