272
lägeſt, beſtimmte mich, als Mann verkleidet, Dich aufzuſuchen und mich durch den Laut Deiner Stimme zu überzeugen, daß Deinem Leben keine Gefahr drohte. Saint Sue war mir hiebei behülflich, ſo daß ich jeden Tag einige Augenblicke in Deinem Vorzimmer verweilen und auf das, was Du ſagteſt, lauſchen konnte.
„Sobald Du außer Gefahr wareſt, kehrte ich nach Stockholm zurück. Was von da an geſchah, weißt Du. Das Einzige, was Du nicht weißt, iſt, daß ich, auf eine Mittheilung von Saint Sue, man habe mich während meines Aufenthaltes in Carls⸗ krona für einen ruſſiſchen Spion gehalten und ſowoh! auf Dich als Saint Sue den Verdacht einer Verbin⸗ dung mit demſelben geworfen, dem König Alles ent⸗ deckte. Während meiner Krankheit ſchickte ich Saint Sue einen Brief, welchen Cellner an mich geſchrieben hatte, und worin er ſein Stillſchweigen verhandelte, welches auch die Folgen für ihn ſein mochten, im Fall dieſer Brief dem König vorgezeigt wurde, ich hatte ja ſein Stillſchweigen ſo bezahlt, daß er ein reicher Mann geworden war.
„Nach meiner Geneſung im Frühjahr begab ich mich nach Frankreich und ſuchte Lucie im Kar⸗ meliterkloſter auf.
„Ich kam niedergebeugt und zermalmt von Ver⸗ zweiflung, um dort Rettung zu ſuchen und an Lucie die Bitte zu ſtellen, das Brandmal einer Giftmiſcherin, welches mein Mann mir aufgedrückt hatte, von mir zu nehmen.
„Es geſchah dieß— nicht weil ich noch Deine Gattin zu werden wünſchte; es geſchah nicht einmal,


