Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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eher Alles gelitten, als mein Glück und die Ver⸗ wirklichung meiner Wünſche durch einen Mord er⸗ kauft haben, und gleichwohl traute man mir gerade zu, daß ich deſſen fähig ſei.

Als ich vor dem Japaneſiſchen Tempel lauſchte und Dich Lucie Deine Liebe erklären hörte, war mein Herz zermalmt. Ich hatte nur einen klaren, deutlichen Gedanken, daß Du einmal geſagt hatteſt, Du könnteſt nur eine Frau, die frei wäre, lieben. Somit war mir alle Hoffnung geraubt. Ich wünſchte nur zu ſterben.

Eſtelle ſchwieg. Sie drückte ihre Hände an die Bruſt, als ob die Erinnerung daran ihre Seele mit Schmerz erfüllte. Sie holte tief Athem und fuhr dann fort:

Ich weiß nicht, wie ich hinwegkam, ſondern nur, daß wir, mein Mann und ich, einige Augen⸗ blicke ſpäter uns allein in ſeinem Zimmer befanden.

Die nächſten Ereigniſſe, Deine Krankheit, Deine Abreiſe Alles erfolgte ſo dicht auf einander, daß ich nicht eher zum vollen Bewußtſein deſſen, was ſich zugetragen hatte, gelangte, als bis Du fort wareſt.

Gebunden durch jene gräßliche Anklage, welche Aſthon anvertraut worden war, verlebte ich eine ganze Reihe von Jahren auf St. Vincent.

In dieſer Zeit eines unaufhörlichen Nachgrü⸗ belns über das Geſchehene wurde meine Seele ver⸗ bittert. Mein geraubter Friede, mein verſcherztes Glück, meine verzehrende Sehnſucht, meine unver⸗ minderte Leidenſchaft Alles dies zuſammengefaßt,

machte mich unglücklich. Meine Leiden reizten mich,

und es gelang mir, mich ſelbſt zu überzeugen, daß