Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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meine Liebe ſich in Haß verwandelt habe. Die Sehnſucht, Dich wieder zu ſehen, welche ungeſchwächt meine Seele beherrſchte, nahm ich für Durſt nach Rache an dem, welcher alle meine Qualen geſchaffen hatte.

Als Aſthons Tod meiner unfreiwilligen Gefan⸗ genſchaft ein Ziel ſetzte, begab ich mich unmittelbar nach Frankreich. Hier traf ich mit Saint Sue wie⸗ der zuſammen. Alle meine Bemühungen, von ihm einige Aufklärungen uͤber Dich zu erhalten, blieben fruchtlos. Wir lieferten einander manches heiße Gefecht. Ich erklärte ihm, und wenn ich genöthigt wäre, ganz Europa zu durchſuchen, würde ich Dich am Ende doch finden. Seine einzige Antwort war:

Wohl möglich, Madame, aber mit meiner Bei⸗ hülfe ſoll es nicht geſchehen.

Einige Tage hernach kam er mit einer Bitte an mich. Er wollte wiſſen, wo Lucie ſich befand. Da erwiederte ich mit denſelben Worten:

Durch mich werden Sie es nicht erfahren.

Ein Gefühl von Zorn erfüllte mein Inneres und wuchs bei allen den Ausfällen, welche Saint Sue ſich gegen mich erlaubte. Ich betrachtete ihn zuletzt als eine Haupturſache aller meiner Leiden. Ich wünſchte, daß ich ihn zermalmen, oder alle die Martern, denen ich unterworfen war, über ihn ver⸗ hängen könnte.

Eines Tags beſuchte mich Saint Sue. Er kam, um mir Lebewohl zu ſagen. Er beabſichtigte nach Schweden zu reiſen und dort Kriegsdienſte zu nehmen. 3Ich theilte ihm mit, daß wir uns dort treffen würden, daß ich aber zugleich von ſeiner Ritterlichkeit