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Wilhelm werde meine Fehltritte erfahren. Jetzt hingegen würde ich keine Ruhe finden, ehe ich ſie gebeichtet habe.“
„Das billige ich vollkommen,“ ſagte die Frei⸗ frau,„und da ich weiß, daß der Beichtvater nicht ſehr ſtreng ſein wird, ſo hoffe ich, daß der Johannis⸗ tag Eſtelle als die Verlobte meines Sohnes begrüßt. Ich verlaſſe Euch alſo, damit Ihr Beichte ablegen und Abſolution ertheilen könnet.“ 3
Die Freifrau drückte einen leichten Kuß auf die Stirne ihres Sohnes und dann auf die Eſtelle's und zog ſich hernach in ihr Zimmer zurück.
„Eſtelle,“ ſagte Wilhelm,„habe ich durch die Anklage, welche ich gegen Dich ſchleuderte, Dich wirklich ſo unheilbar verwundet, daß Du an die Unveränderlichkeit meiner Liebe nicht mehr glauben kannſt?“
„Wilhelm, Du haſt mir ein Verbrechen zuge⸗ traut; indem Du es thateſt, war der Beweis gege⸗ ben, daß Du mich niemals ſo gekannt haſt, wie ich bin. Als Du ohne weitere Prüfung den Stab über mich bracheſt, beugte ſich mein wildes Gemüth und wurde ebenſo demüthig, als es vorher ſtolz und trotzig geweſen war. Saint Sue hatte Recht, als er ſagte, daß— ich Dein unglückliches Schickſal ſei. Mein Gemüth, meine Leidenſchaften und meine ganze Seele ſind von Natur der Art geweſen, daß das Glück nicht aus ihnen erblühen konnte.“
„Eſtelle, Eſtelle—“
„Höre mich an und unterbrich mich nicht. Soll ich Dir auch nur einen Schimmer von Glückſeligkeit zu gewähren im Stande ſein, ſo mußt Du alle


