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Schwäche erinnerte noch an die Leiden, die ſie über⸗ ſtanden hatte.
Es war am Johannisabend. Eſtelle befand ſich halb liegend auf einem Sopha in dem großen Sa⸗ lon. Das weiche ſchwarze Haar wogte auf ihre Schultern herab, einem mattſchwarzen Schleier glei⸗ chend. Die großen ſchwarzen Augen blitzten nicht mehr von Feuer und Leben, ſondern leuchteten nun in mildem Glanze.
Neben ihr ſaß in einem Fauteuil die Freifrau Stjernkrona. Die alte Dame hielt eine von Eſtelle's Händen mit den ihrigen umſchloſſen. Es ſchien, als hätte ſie eben eine herzliche und mütterliche Anſprache ge⸗ endigt. Eſtelle lächelte wehmüthig ihr zu und ant⸗ wortete in Erwiederung darauf:
„Madame, nur Wilhelms Mutter vermag einer Fremden ſo viel Nachſicht und Güte zu beweiſen, als Sie gethan haben.“
Sie zog die Hand der Freifrau an ihre Lippen und fuhr fort:
„Sie kennen nun durch mich ſelbſt alle meine Verirrungen und wünſchen deſſen ungeachtet, daß ich Ihre Tochter werden ſoll. O, warum habe ich nicht eines Engels Herz, um Ihrer und ſeiner würdig zu ſeyn!“
Wilhelm trat ein, gerade als Eſtelle dieſe letzten Worte ausſprach. Er ging auf ſie zu und ſagte mit Wärme.
„Beſäßeſt Du ein anderes Herz, als Du wirk⸗ lich haſt, ſo wäreſt Du nicht die Eſtelle, die ich an⸗ bete!“
Eſtelle drehte den Kopf um. Ein Lächeln der


