Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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durch welches Verbrechen wir gerettet worden waren. Ich hatte Ihr Leben auf Koſten meines zeitlichen und ewigen Friedens erkauft. Zugleich theilte ich ihr meine Abſicht, von Martinique aus mich nach Frank⸗ reich zu begeben und dort als Nonne in ein um ſeiner Strenge willen bekanntes Carmeliterkloſter zu treten. Ich ſetzte hinzu, wenn Eſtelle nicht wolle, daß ich aus Schaam und Erniedrigung einem Leben ein Ende mache, welches jetzt durch Kaſteiung und Gebet zum Sühnopfer für mein Verbrechen werden ſollte, ſo möchte ſie mein Geheimniß treulich bewahren.

Sie wollte ich niemals wiederſehen, nachdem ich mich Ihrer Liebe unwürdig gemacht hatte.

Wir ſegelten von St. Vincent mit demſelben Fahrzeug ab, welches Tags zuvor mit der Nachricht von Alice Harlands Tod von Martinique angekom⸗ men war.

Als wir abſtießen, warf ich einige mir ange⸗ hörige Kleidungsſtücke in die See, mit der Hoffnung, ſie würden ans Land treiben und ſomit den Schein erregen, als wäre ich auf irgend eine gewaltſame Weiſe um's Leben gekommen.

Als der Tag graute, war ich mit ſchuldbelaſte⸗ tem Gewiſſen, zerriſſenem Herzen und von Reue ge⸗ martertem Gewiſſen auf dem Weg nach Martinique.

Die Umſtände hatten mich zu Etwas gemacht, vazi mein Charakter mich ſicherlich niemals beſtimmt atte.

Ich habe Nichts mehr hinzuzufügen, als: Eſtelle iſt vollkommen unſchuldig an dem Tode von Charles d'Eſtrier. An ihrem Leben haf⸗ tet keine verbrecheriſche That.