Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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wurden, belauſchte, führte er ſie in ſein Zimmer. Hier ließ er die Maske der Indolenz, hinter welcher er bisher ſeinen Haß verborgen hatte, fallen und ſie einen Blick in ſein grauſames, abſcheuliches Innere werfen. Mit höhniſcher Schadenfreude erklärte er ihr, daß ihr Leben nunmehr allem Elend und der Qual, womit er Jahre lang gekämpft hätte, ver⸗ fallen wäre.

Von Schmerz beinahe zur Raſerei getrieben, hatte Eſtelle, während Charles ihrer Thränen ſpottete, ausgerufen:

Nun wohl, es iſt wahr, Sie haben mich ſo un⸗ glücklich gemacht, daß ich nicht unglücklicher werden kann; aber Sie haben mir doch einen Troſt gelaſſen, den, daß ſein Leben gerettet iſt. Ach, ich weiß ja, daß er nur eine freie Frau lieben kann. Möge er

darum glücklich werden! Mir bleibt Nichts übrig,

als zu ſterben!

Wiſſen Sie, Madame, welche Botſchaft man mir von Martinique gebracht hat? fragte Charles in finſterem Ton.

Das iſt mir gleichgültig! antwortete Eſtelle.

Nicht ſo ganz! Sie ſollen auch daſſelbe Schick⸗ ſal haben. Merken Sie wohl, es gibt ein Un⸗ glück, welches größer iſt, als alles Andere, wel⸗ ches der Tod verurſacht. So lang das Leben währt, hofft man hofft, ſelbſt wenn alle Hoffnung erlo⸗ ſchen zu ſein ſcheint. Man wartet man weiß ſelbſt nicht auf was. Man macht lange, lange Reiſen, um das Weſen zu ſehen, an welches man ſeine ganze Seele gehängt hat, und iſt nicht ganz

unglücklich. Aber wenn man von dem Worte Tod