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hegte gegen Eſtelle einen eingewurzelten Haß, vergaß aber dabei vollkommen, daß Eſtelle gleich viele Gründe hatte, Charles zu haſſen, wenn nämlich die Verbrechen der Eltern dergleichen Gefühle hervorru⸗ fen dürften, denn der verſtorbene Graf von Eſtrier wurde allgemein beſchuldigt, Herrn Martin ermordet zu haben. Dieß war jedoch Etwas, an das Charles gar nicht zu denken ſchien, ſondern er ſchwur, Eſtelle ſollte ihm mit ihrem ganzen Leben für den Verluſt von Alice und den Tod ſeines Vaters bezahlen. Er wußte, daß ſie ſich blos deßhalb mit ihm vermählt hatte, weil das Teſtament es ſo vorſchrieb. Er ſah ſomit voraus, daß in ihrem Herzen einmal Neigung zu einem Andern erwachen würde.— Genug, in dem Augenblick, da ihre Schickſale für immer vereinigt wurden, verurtheilte Charles ſeine damals fünfzehn⸗ jährige Braut dazu, ihr Leben lang einen Jeden zu beweinen, zu welchem ſie ſich mit Etwas, das Zu⸗ neigung oder Liebe gliche, hingezogen fühlen würde.
„Das erſte Opfer ſeines Racheplanes war eine Sclavin, welche Eſtelle ſehr werth hielt. Dann folgte Jedermann, von welchem er argwöhnte, daß er ihrem Herzen einigermaßen theuer war. Alle diejenigen, welche er auf ſolche Weiſe des Todes ſterben ließ, waren indeſſen Perſonen geweſen, die im Ganzen ge⸗ nommen Eſtelle nicht ſonderlich intereſſirten, aber mit welchen ſie unbedachter Weiſe ſich mehr als mit andern beſchäftigte. Deren Tod verurſachte ihr darum auch nur einen vorübergehenden Schmerz.
„Sie waren der Erſte, der Einzige, den ſie liebte.
„Als Charles ſie wie vernichtet traf, während ſie die Liebesworte, welche von Ihnen an mich gerichtet


