Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
Einzelbild herunterladen

247

daß mein Bruder bei dieſen Ereigniſſen die Hand im Spiel hatte.

„Tag und Nacht grübelte ich vergeblich über ein Mittel nach, mir einige Gewißheit zu verſchaffen. Der Zufall ſollte mir hiebei förderlich ſein.

„Etwas, worüber ich mich oft verwunderte, war, daß Aſthon, den mein Bruder Eſtelle geſchenkt hatte, und der ſomit eigentlich ihr Diener ſein ſollte, den⸗ noch bei Charles in der Eigenſchaft eines Kammer⸗ dieners fungirte. Von Eſtelle wurde er niemals zu etwas Anderes verwendet, als daß er ſie auf ihren Promenaden begleiten mußte. Ich äußerte einmal meine Verwunderung darüber. Eſtelle antwortete in ſcherzhaftem Tone, ſie habe Aſthon dem Grafen wie⸗ der abgetreten, da er dieſem ſo unentbehrlich gewor⸗ den wäre.

„Eines Abends kurz nach des Herzogs Tod, als ich Eſtelle verließ, nahm ich meinen Weg durch die große Gemäldegallerie. Ich blieb anf einer der auf den Balkon führenden offenen Thüren ſtehen, um von da auf das Brauſen der See zu horchen. Da trafen Stimmen an mein Ohr, welche ganz leiſe ſich be⸗ ſprachen. Es war dunkel. Ich konnte Nichts unter⸗ ſcheiden. Die Sprechenden befanden ſich auf dem Balkon. Ich lauſchte mit zurückgehaltenem Athem, denn das Erſte, was ich auffing, war der Name des Herzogs.

„Es war Aſthon und ſeine Frau Lola, Zofe bei Eſtelle, die ſich hier niedergelaſſen hatten, um ihr Ver⸗ trauen gegen einander auszutauſchen.

„Aſthon erzählte ihr, wie er auf meines Bruders Befehl nicht nur den Grafen D., ſondern auch den