Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Saint Sue, welcher ſogleich ſah, daß Wilhelm ſeinen Poſten verließ, folgte ihm ſchweigend. Ohne ein Wort zu ſagen, betrachteten ſie einander. In den Augen des Marquis ſtand zu leſen:

„Hier bin ich, um die Gefahren zu theilen.“

Mehr als Wort und Verſicherung, ſagte der Blick, den ſie wechſelten. 1

Einige Secunden überlegte Wilhelm, ob das, was er beabſichtigte, in Wirklichkeit durchaus noth⸗ wendig wäre: da knallte es an der Stenge. Ging dieſelbe über Bord, ſo war es für ſie die lezte Fahrt..

Das Segel ſtand ſchwellend wie ein Ballon.

Noch einige Augenblicke und Alles war verloren. Wilhelm zog ſein Meſſer, beugte ſich über das Segel nieder, ſtreckte den Arm aus und machte mit dem ſcharfen Stahl einen großen Riß in das Tuch. Mit einem Knall gleich einem Kanonenſchuß vollendete der Sturm das Begonnene. Die Kraft des Windes in dem Segel war vernichtet; die Stenge richtete ſich wieder. Die Raa ging mit Hülfe deſſen, der das Geitau anholte, niederwärts und fiel geräuſch⸗ voll auf das Eſelshaupt nieder.

Wilhelm, welcher quer über der Raa lag, wäre ſicherlich auf das Deck herabgeſtürzt, wenn nicht Saint Sue, der ſich mit einer Hand feſt an dem Drehreep hielt, mit der andern unſern Held gefaßt hätte. Ihn feſtzuhalten, dazu fehlte ihm die Kraft; aber mit einer Kaltblütigkeit, welche nur vertraute Bekanntſchaft mit Gefahren und waghalſigen Unter⸗ nehmungen gewähren kann, gab er Wilhelms Sturz eine ſolche Richtung, daß er in den Maſtkorb fiel.