238
denn Alles hing von der Schnelligkeit der auszufüh⸗ renden Befehle ab.
Wilhelm kommandirte ſogleich Leute zum Gegen⸗ braſſen. Das Manöver würde auch gelungen ſein, wenn nicht die damit beſchäftigten Matro⸗ ſen alle von einer Kugel getroffen und augenblicklich getödtet worden wären. Gleich einem wilden Roſſe, das ſich bäumt, wenn das Gebiß nicht richtig an⸗ gelegt iſt, hob ſich das Schiff in die Höhe und war nahe daran, ſich zum Feinde hinüber zu wenden. Keine Rettung ſchien möglich zu ſein. Endlich ſackte es doch und fiel wieder in Kurs, aber den ruſſiſchen Linien ſo nahe, daß der Luftdruck von den gelösten Geſchützen mehrere Mann an Bord von Guſtav III. zu Boden warf.
Tauſtücke ſtürzten aus dem Tackelwerk herab, Feuer und Flammen umhüllten das Fahrzeug, Un⸗ ordnung herrſchte unter der Mannſchaft; Geſchrei ertönte von allen Seiten, als, um das Maaß des Unglücks noch zu vergrößern, die große Stenge, deren Wanten und Pardunen ſämmtlich abgeſchoſſen waren, über Bord zu gehen drohte. Sie ſtand wie ein Flitzbogen. Alles kam nun darauf an, die Segel herunterzubekommen. Aber jetzt wurde, um das Maaß des Mißgeſchicks voll zu machen, luvwärts die Braſſe des großen Maſtes, durch deren Anholen man die große Stenge zu ſtützen ſuchte, auch abgeſchoſſen.
Als Wilhelm dies ſah, verließ er ſogleich ſeinen Poſten, ſprang nach dem Marsfall, warf ihn ab, rief alle Mann, die er ſammeln konnte, herbei, ließ das Geitau niederholen, während er ſelbſt den gro⸗ ßen Maſt hinauf und auf die Raa ſtieg.


