ſind, denn Sie ſind im höchſten Grade freigebig. Es wundert mich wirklich, daß ich noch am Leben bin. Warum haben Sie nicht mit dem einen Leben, das ich wirklich beſitze, vorlieb genommen?“
„Weil es bis jetzt zu wenig geweſen iſt, meine Rache zu befriedigen, meinen Haß zu ſtillen, Ihr Verbrechen zu ſühnen.“ 3
Philipp warf ſich wieder auf das Sopha. Saint Sue ſaß mit ſeiner ſorgloſen Miene un⸗
beweglich da, als ob es ſich um die unterhaltendſten Dinge von der Welt handelte.
„Sie ſind ein Verſchwender gegen ſich ſelbſt, wenn Sie mich das Einzige behalten laſſen, was ich nicht zu vertheidigen beabſichtige,“ nahm Saint Sue wieder das Wort.
„Sie beabſichtigen alſo nicht, Ihr Leben zu ver⸗ theidigen?“
„Gegen Sie nicht, Vicomte.“
„Aber doch Ihren Frieden, Ihre Ehre?“
„Die ſind für Sie unantaſtbar.“
„Rechnen Sie ſicher darauf?“
„Vollkommen.“
„Wir werden wohl ſehen. Merken Sie wohl,
nicht Sie ſind es, gegen welchen ich den Streich rich⸗ ten werde, ſondern—“ „Wie befindet ſich Madame d'Eſtrier?“ fiel Saint Sue, ihn unterbrechend, mit unnachahmlichem Tone ein. Wäre der Vicomte mit einer ſcharf geſchliffenen
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Waffe berührt worden, er hätte keine heftigere Be⸗
wegung des Schmerzes machen können. Er ſprang
auf und rief: „Marquis, dieſen Namen..“
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