44
Sein Geſicht erhielt dadurch ein eigenthümliches myſteriöſes Gepräge, ſo daß es beim erſten Anblic ſchwer fiel, die Züge zu unterſcheiden. Die Binde glich einer Maske, hinter welcher ein Theil des Ge⸗ ſichtes verborgen war.
Was ſeinen Wuchs betraf, ſo war der jungt Mann eher klein, als groß, dünn und ſchmächtig deſſen ungeachtet lag in der Art und Weiſe ſeinen Haltung und ſeines Gangs ein unverkennbares Merk⸗ mal von Stärke und Gewandtheit.
Das ganze Ausſehen deſſelben zeugte von Ener⸗ gie, unbeugſamer Feſtigkeit, unerſchütterlichem Muthe im Verein mit einer gewiſſen unruhigen Wach⸗ ſamkeit.
Er ſchien erſt kurz die Tage des Knabenalterz hinter ſich gelaſſen zu haben.
Mit einer Feinheit und einem Takt, welche be⸗ wundernswerth waren, hatte er das Geſpräch auf die Rüſtungen Schwedens zur Fortſetzung des Kriegs und dergleichen geleitet und erfuhr nun von Cellner Alles, was er nur ſich wünſchen konnte.
Cellner, welcher einen Fremden vor ſich hatte, erzählte Alles, was er wußte, und ſuchte zugleich durch ſeine Worte ihm einen hohen Begriff von ſich ſelbſt beizubringen, indem er zu verſtehen gab, das er bei dem Herzog Karl in hoher Gnade ſtände— Etwas, das unſerem armen Lieutenant bis jetzt nur im Traume widerfahren war, aber eben darum ge⸗ ſprächsweiſe einen deſto höhern Genuß gewährte.
Er hatte überdieß den feſten Entſchluß gefaßt,
koſte es was es wolle, eines Tags dieſe Gunſt zu


