Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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„Er iſt gegenwärtig nicht in Sweaborg, ſondern hier in Helſingfors.“

„Sie wiſſen wohl nicht, wo man ihn treffen kann?“

„Wenn er am Lande iſt, logirt er immer bei dem Baron C— g. Wenn Sie erlauben, will ich Ihnen den Weg dahin weiſen.“

„Sie werden mich dadurch ſehr verpflichten,“ antwortete den Franzoſe mit einem artigen Lächeln.

Sie ſchlugen den Weg nach der Stadt ein, wäh⸗ rend der Fremde anfänglich die Converſation allein führte. Neben der bei ſeinen Landsleuten gewöhn⸗ lichen Leichtigkeit, ein Geſpräch einzuleiten, beſaß der junge Mann auch die Gabe, Intereſſe zu erregen, während er im Grunde nichts Anderes that, als daß er ſeinen Begleiter über dieſes und jenes ausfragte. Dieß geſchah jedoch auf ſo geſchickte Art, daß Cellner Nichts davon merkte. Er fand ſich im höchſten Grade angeſprochen, denn der Franzoſe bemäntelte jede Frage mit dieſem oder jenem Complimente, welches Cellners Alles verſchlingender Eitelkeit ſchmeichelte.

Das Ausſehen des jungen Mannes war im höchſten Grade eigenthümlich. Fürs Erſte zeigte ſich darin etwas Unklares, um nicht zu ſagen, Räthſel⸗ haftes. Das Geſicht war fein, jeder Zug regelmä⸗ ßig, die Naſe untadelhaft, der Mund wohlgeformt und durch einen Ausdruck feſter Entſchloſſenheit, welche weit über ſein Alter ging, ausgezeichnet. Die ſorgfältig gepuderte, wohl friſirte Perrücke umſchloß eine Stirne, welche durch eine ſchwarze Binde, die von einem Ohr quer darüber hinwegging, ent⸗ ſtellt war.