Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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So glauben Sie, da Sie die Ereigniſſe aus der Ferne ſehen; aber ich habe dieſelben in der Nähe beobachtet und mußte zu der Anſicht gelangen, die ich eben als die meinige bezeichnete. Eines Tags wird mein Wort ſich bewahrheiten, und Alles, was ich vorausgeſagt habe, und noch viel mehr, in Erfüllung gehen. Doch möge dem ſein, wie ihm wolle, ich bin nun bei Ihnen, um gegen Rußland zu fechten und unter dem Kugelregen das Unglück zu vergeſſen, wovon mein Vaterland bedroht iſt. Mancher franzöſiſche Edelmann, welcher nicht gleich mir ſich von dem großen Schauplatz zurückgezogen hat, wird das Fahrzeug ſeines Schickſals zerſchellt ſehen.

Was beweiſt dieß? fiel Wilhelm ein.Nur eben, daß Sie durch Ihren Charakter und Ihre Gemüthsart ſich das Vermögen angeeignet haben, Alles, was um Sie vorgeht, zu beobachten und daraus Schlüſſe für die Zukunft zu ziehen. Sie werden ja eben damit der Herr Ihres Schickſals.

Dieſe Anſicht iſt nur zur Hälfte richtig, denn wir alle hängen von einem höheren Willen und von der Einwirkung unſerer Mitmenſchen auf uns ab. Noch einmal, lieber Baron, unſere ganze Macht über das Schickſal beſteht in der Möglichkeit, unſeres Lebens Fahrzeug ſo zu ſteuern, daß es nicht an den Klippen, welche man Umſtände zu nennen pflegt, oder an der Einmiſchung anderer Menſchen in das, was uns betrifft, zerſplittert. Laſſen wir jetzt dieſen Gegenſtand bis auf Weiteres. Sie haben ſich noch viele Illuſionen bewahrt, und ich wünſche Ihnen Glück dazu. Wenn wir aus dem Kriege heimgekehrt