Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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uns ſolche Seelenkräfte gegeben, daß wir von der Erfahrung lernen können, zu berechnen, was die Zukunft im Schilde führt. Unſer Schickſal gleicht einem Fahrzeug, welches auf den Ocean der Ereigniſſe hinausgeſtoßen wird. Wir ſelbſt ſind im glücklichſten Jall der Steuermann auf demſelben. In dieſer Eigenſchaft begegnet es uns zuweilen, daß wir deſſen Kurs zu beſtimmen vermögen, das heißt, ſo lang wir finden, daß es dem Ruder gehorcht. Es ge⸗ ſchieht jedoch oft, daß wir bei ſchlechtem Wetter vor dem Winde treiben, und zwar nach der entgegen⸗ geſetzten Richtung von der, welche wir einzuhalten wünſchten; ſehr oſt werden wir von einer Sturzſee begraben, ohne Rettung für uns oder das Fahrzeug zu finden. Sie, mein lieber Baron, ſind auch ſchon vor dem Wind der Creigniſſe getrieben, und was mich angeht, ſo iſt es dieſer, welcher mich hieher führt.

Das verſtehe ich nicht.

Hören Sie mich an! Die Begebenheiten, welche ſich in Frankreich vorbereiten, werden aller Wahr⸗ ſcheinlichkeit von der Art, daß das Beſte, was ein franzöſiſcher Edelmann thun kann, iſt, bis auf Wei⸗ teres la belle France zu verlaſſen. Der bevor⸗ ſtehende Kampf wird ein Kampf zwiſchen der Königs⸗ gewalt und dem Volk. Der Marquis Saint Sue kann nicht ſtreiten gegen den König, aber ebenſo wenig gegen das franzöſiſche Volk. In dem einen Fall bräͤche er ſeine Treue gegen den Monarchen, in dem andern ſeine Pflichten gegen die Nation.

Sie ſcheinen die Zukunft in ſehr dunkeln Far⸗ ben zu ſchauen, fiel Wilhelm ein.