Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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davon verſchwand ebenſo ſchnell, als er entſtanden war, ohne eine Spur von ſich zurückzulaſſen.

Ein genauerer Beobachter wäre allerdings zu der Anſicht gelangt, daß es dem Feuer in ſeinem Blicke an Wärme gebrach, und hätte daraus den Schluß ziehen können, daß ſein Inneres jezt von einer Leidenſchaft der Seele und nicht des Herzens beherrſcht war.

Man ſah, daß Wilhelms Gedanken von irgend einem größern und mächtigern Intereſſe, als Frauen⸗ liebe in Anſpruch genommen waren.

Eine große Idee war es, welche jezt das Erz in ſeiner Seele zum Glühen brachte und ſein Blut in Wallung ſezte.

Der junge Mann, mit welchem er in einer Un⸗ terredung begriffen, war ein Kamerad von der Ilotte, Premierlieutenant Otto Cellner, von gleichem Alter mit Wilhelm..

Otto Cellner war mehr klein als groß und von Körper nicht ſonderlich ſtark gebaut. Auf den erſten Blick erſchien er abſtoßend häßlich, nicht eigentlich deßwegen, weil ſeine Züge an ſich häßlich waren, ſondern vielmehr darum, weil ein lauernder, beinahe argliſtiger Ausdruck darin lag.

Seinem Angeſicht war der Stempel eines ver⸗ zehrenden Verlangens nach Etwas aufgedrückt, wel⸗ ches er zu erlangen wünſchte, aber Andere, wie er fürchtete, ihm entreißen würden.

Cellners Miene konnte, wenn er heiter war und ſcherzte, ſich gänzlich umändern, und in ſolchen Au⸗ genblicken erhielt ſie einen freundlichen und humo⸗ riſtiſchen Ausdruck; aber dies waren nur Lichtſtrah⸗

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