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Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Zum zweiten Mal kehrte Wilhelm ins Leben zu⸗ rück, aber auf ſeiner Seele lag eine dichte Wolke von Schwermuth, durch welche nicht einmal die Strahlen aus Eſtelle's Augen zu dringen ver⸗ mochten, und doch lag in dem Ausdruck derſelben ein ſo hoher Grad von Liebe und Hingebung.

Saint Sue hatte bei allen dieſen Ereigniſſen eine Ruhe und Gleichgültigkeit bewahrt, welche für ſeine Theilnahme kein ſehr vortheilhaftes Zeugniß ablegte.

XXXVI.

Eines Morgens, nachdem Wilhelm wieder her⸗ geſtellt war, machte er mit Saint Sue einen Spa⸗ ziergang in der Umgegend von Mazulip, ehe daſſelbe der glühenden Umarmung der tropiſchen Sonne ver⸗ fallen war.

Die Seebriſe ſandte ihren erfriſchenden Hauch auf das Land herein und flüſterte in den Kronen der Bäume. Der kühlende Wind wirkte auf die vertrocknete Natur, wie milde Worte auf den von Fieberträumen Gemarterten.

Saint Sue ſchwazte und Wilhelm ging ſchwei⸗ gend an ſeiner Seite einher, ſie wanderten langſam eine weitgeſtreckte Schlucht hinauf, von deren Höhe man eine freie Ausſicht über die See hatte.

Gerade als ſie auf die kleine Bergebene heraus⸗ traten, erhob ſich wenige Schritte vor ihnen eine männliche Geſtalt. Von dem Platze, den der Mann eingenommen hatte, war es ihm ein Leichtes geweſen,