Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Erſchreckt Sie meine Gegenwart? Sie konnten doch vollkommen ſicher ſein, mich hier zu treffen!

Er faßte ihre Hand und führte ſie zu einem Sopha, indem er mit Wärme hinzuſezte:

Hat Lucie d'Outrouville während der verfloſ⸗ ſenen drei Wochen, welche zwiſchen dieſer und un⸗ ſerer erſten Unterredung liegen, ein einziges Mal gezweifelt? Nein, das war Ihnen nicht möglich

Während Wilhelm und Lucie mit einander ſpre⸗ chen, wollen wir ſehen, was aus der ſchwarzen Spionin geworden.

Sobald Lucie in den Tempel eintrat, ſchlich ſich die Negerin an eines der bis auf den Boden rei⸗ chenden Fenſter und warf, hinter den halb aufge⸗ ſchlagenen Rollläden verborgen, einen ſpähenden Blick in das achteckige Gemach, wo ſie Wilhelm und Lucie neben einander ſizen ſah. Bei dieſem Anblick ſchlich ſie ebenſo ſchnell wieder zurück und eilte mit beflügelten Schritten nach dem Wohnhauſe.

Einige Minuten ſpäter ſtand ſie vor Eſtelle, welche noch nicht aufgeſtanden war.

Das Fräulein und der ſchwediſche Herr haben eine Zuſammenkunft in dem Japaniſchen Tempel, rief ſie mit haſtiger Stimme.

In einer Minute war Eſtelle aufgeſtanden, warf ſich in die Kleider und eilte durch den Garten nach dem Ort des Stelldicheins.

Ihr Blut brannte, ihre Pulſe flogen, und der ſtürmiſche Schlag des Herzens drohte die Bruſt zu zerſprengen. Es lag eine ganze Hölle von Qual in ihrem Innern.