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Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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XXXIV.

Mit dem bei lebhafter Gemüthsart ſo raſch ein⸗ tretenden Wechſel von Ideen und Vorſtellungen hatte Eſtelle ſich an dem Gedanken feſtgehalten, daß Lucie mit ihrenklöſterlichen Grundſäzen auf Wilhelm einzuwirken ſuchte. In demſelben Augenblick, da dieſer Gedanke Wurzel bei ihr ſchlug, erwachte auch wieder der frühere Glaube an ihren Sieg. Wäre Eſtelle's eigenes Gefühl weniger gewaltſam geweſen, ſo hätte ſie es auch vielleicht dahin gebracht; nun aber beſaßen bei ihr die Leidenſchaften zu viel Macht über den Verſtand, und ſomit gebrach es ihr an der Kraft, nach einem beſtimmten Plane zu handeln.

Eines war ihr klar, daß ſie, und ſollte dabei Alles ohne Anſehen der Perſon und der Sache zu Grunde gehen, das Bekenntniß von dem, was Wil⸗ helms ganze Aufführung zu erkennen gegeben hatte, herbeiführen und damit jeneelenden Vorurtheile, wie ſie Luciens moraliſche Begriffe nannte, zer⸗ malmen müſſe.

Eſtelle bezweifelte nicht einen Augenblick ihren Sieg, denn ſie kannte allzu gut die Macht, welche ihr zu Gebot ſtand.

Wilhelms plözliche Entfernung bewies übri⸗ gens, wie wenig er an die Stärke ſeiner Grundſäze glaubte.

Deſſen ungeachtet verfloß eine Woche nach der andern, ohne daß Wilhelm ſeine Gefühle in Worte kleidete. Er ſaß nicht mehr träumeriſch da und be⸗