Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Jezt ſchloß der Graf wieder die Augen. Er

nahm neben Eſtelle Plaz und fuhr fort:

Wir werden heute Abend einige Gäſte hier haben, und Ihr Uebelbefinden wird Sie gewiß nicht hindern, liebenswürdig zu ſein.

Wenigſtens werde ich es in ebenſo hohem Grad ſein, als Sie, antwortete Eſtelle und erhob ſich.

Bleiben Sie, Eſtelle, ſagte der Graf und faßte ihren Arm.Wie gefällt Ihnen der junge Schwede?

Warum fragen Sie darnach?

Eſtelle ſah ihn an, ganz überraſcht darüber, daß

er ſo viel redete. Sie konnte ſich nicht erinnern,

daß er mehr als zweimal während ihres ganzen Eheſtandes ſo mittheilſam geweſen. Das eine Mal war es, da ihre Lieblingsſclavin geſtorben war und der Graf ſie davon unterrichtete; das andere Mal, als der Herzog von** ſo plözlich verſchied.

Wenn Sie erſt meine Frage beantworten, nerde ich Ihnen dann ſagen, warum ich ſie gemacht abe.

Nun wohl, der Baron gefällt mir.

Eſtelle betrachtete das Bronzegeſicht ihres Man⸗ nes, das wieder ſo ſeelenlos war, wie gewöhnlich.

Sehr?

Ja wohl, ſehr.

Dann werden Sie ſicherlich mit Freuden ſehen,

daß er ſich immer enger an Lucie anſchließt.

Der Graf erhob ſich und ſezte in ſchleppendem Tone hinzu:Wie, Madame, Ihre Hand zittert; Sie müſſen ſehr unwohl ſein, und 1 will Sie